Die Renault Group hat den Energieverbrauch ihrer Industrie- und Dienstleistungsstandorte in Frankreich zwischen 2021 und dem ersten Halbjahr 2022 um fast 10 % gesenkt. Der Konzern will es dabei nicht belassen und strebt für 2023 eine Reduzierung um 14 % an. Zu den Vorreitern gehört der Standort Le Mans*, ein hundertjähriger Standort, der sich ständig neu erfindet, um der Klimakrise zu begegnen. Die umgesetzten Maßnahmen betreffen alle Geschäftsbereiche und beziehen alle Mitarbeiter mit ein. Dank täglicher Motivation und einer dynamischen Unternehmensführung hat das Werk seinen Energieverbrauch in weniger als einem Jahr um 11 % gesenkt. Werfen wir einen Blick auf die innovativen Ideen, die an diesem Standort umgesetzt wurden!
von der Renault Group
Im Werk der Renault Group in Le Mans, das auf Fahrwerkskomponenten für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, Hybrid- und Elektroantrieb spezialisiert ist, beginnt jeder Tag mit einer sorgfältigen Überprüfung der Energieverbrauchsindikatoren. Nicolas Camboulives, Energiebeauftragter des Standorts, koordiniert die Maßnahmen und sensibilisiert alle Ebenen, von der Geschäftsleitung bis hin zu den Bedienergruppen. So wurden in den verschiedenen Abteilungen und Werkstätten des Werks mehrere Maßnahmen umgesetzt: digitalisierte Verbrauchsüberwachung, innovative Technologien für die Instandhaltung der Anlagen sowieein optimiertes Management des Fertigungsprozesses. Weitere Maßnahmen gingen dank einer vom Werk an lokale Unternehmen gerichteten Herausforderung über die Grenzen des Standorts hinaus . Ziel: den klimatischen Herausforderungen von heute und morgen zu begegnen.
Digitalisierte Überwachung des Energieverbrauchs
Dank der Digitalisierung unserer Arbeitsmittel, einer ständigen Überwachung unseres Verbrauchs und der in den Werkstätten eingeführten Routinen haben wir eine echte Dynamik und eine Mentalität geschaffen, die sich ganz auf die Bedeutung der Senkung des Energieverbrauchs konzentriert.
Über 400 Luftundichtigkeiten behoben
Dank einer digitalisierten Überwachung des Energieverbrauchs konnte das Werk Maßnahmen identifizieren, mit denen sich sein CO₂-Fußabdruck verringern lässt. Zu den angegangenen Themen gehörte die Reduzierung des Druckluftverbrauchs. Jede Stunde wurden 17.000 m³ Druckluft für alle Industrieanlagen des Standorts erzeugt, von denen ein Teil durch Luftleckagen verloren ging. Um dieses Problem anzugehen, haben sich die Teams zusammengetan, und innerhalb von weniger als einem Jahr sank der Druckluftverbrauch während der Produktion um 15 %. Eine optimierte Anlagenverwaltung trug zudem dazu bei, den Verbrauch außerhalb der Produktion um 50 % zu senken. Zu diesem Zweck hat das Werk eine Ultraschallkamera angeschafft, mit der Luftlecks erkannt werden können. Jede Woche kommt diese Technologie in einer anderen Werkstatt zum Einsatz. Jede Anlage und jeder Roboter wird gescannt, um mögliche Leckagen zu erkennen. Und um die korrekte Verarbeitung der Informationen sicherzustellen, wurde intern eine Anwendung entwickelt, mit der die erkannten Luftleckagen,ihre Intensität sowie die dadurch verursachten energetischen und wirtschaftlichen Kosten erfasst werden. Seit Jahresbeginn wurden auf diese Weise mehr als 400 Leckagen behoben, was zu Einsparungen von über 100.000 Euro beigetragen hat.
Medienzentrale – Werk in Le Mans
Erkennung von Luftlecks mithilfe einer Ultraschallkamera
Die 24 Stunden der Energie
Die Verbesserung der Energieeffizienz des Standorts hängt in erster Linie vom individuellen Engagement der Mitarbeiter ab . Zu diesem Zweck hat das Werk im vergangenen Monat erstmals einen Wettbewerb unter dem Namen „24 Stunden der Energie“ ins Leben gerufen, bei dem jeder Mitarbeiter dazu aufgerufen ist, sich für die Senkung des Energieverbrauchs am Standort einzusetzen. Der Wettbewerb ist sowohl quantitativ (Anzahl der erkannten und behobenen Luftlecks) als auch qualitativ (identifizierte Verbesserungsmaßnahmen) ausgerichtet. Im Anschluss an diesen internen Wettbewerb wurden mehrere Maßnahmen ausgewählt: Rationalisierung der Büroräume, Einbau von Frequenzumrichtern an den Umwälzpumpen in der Kataphorese ( Technik zur elektroforetischen Abscheidung von Industrielack zur Korrosionsbekämpfung) sowie Anbringung von Kontrollleuchten an den Anlagen, um deren Betriebsstatus zu erkennen. An diesem Tag wurden mehr als 70 Ideen gesammelt.
@ David PIOLE
Eine Herausforderung für lokale Unternehmen
Der Standort Le Mans hat zudem auf die lokale Wirtschaft zurückgegriffen, um innovative und effiziente Lösungen zur Senkung des Energieverbrauchs des Werks anzubieten. Dabei wurden die energieintensivsten Tätigkeitsbereiche ins Visier genommen: die Eisengießerei, die Kataphorese, die Zerspanung und die laufenden Betriebskosten. Ende Juni wurden somit die von drei Unternehmen vorgeschlagenen Lösungen ausgewählt: die Verwendung von Schrumpffarbe zur Gebäudedämmung, die Wärmerückgewinnung in der Gießerei zur Weiterverwendung in anderen Gebäuden sowie die Installation von Photovoltaikmodulen auf dem Gelände.
Lokale Unternehmen bieten innovative Lösungen zur Senkung des Energieverbrauchs an
Weitere Maßnahmen wie die Überwachung offener Türen,die Abschaltung der Energieversorgung außerhalb der Produktionszeiten, die Optimierung der Fertigungslinien oder die Reduzierung der Logistikabläufe tragen täglich dazu bei , den Energieverbrauch zu senken . Initiativen, die das Werk zu einem Vorreiter im Umweltschutz machen!
*„Standort Le Mans“: Der Standort Le Mans wird ab dem 7. April 2026 zur „Manufaktur Louis Schweitzer“.*