In Utrecht testet Renault das bidirektionale Laden
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Renault nimmt in den Niederlanden zwei ZOE-Prototypen in Betrieb, die mit der V2G-Technologie (Vehicle-to-Grid) ausgestattet sind. Als Teil der Elektroauto-Carsharing-Flotte im Ökoviertel von Utrecht sollen sie dazu dienen, das bidirektionale Laden unter realen Bedingungen zu testen, bevor diese Technologie in größerem Maßstab eingeführt wird.
Seit 2016 entwickeln Renault und seine Partner in Utrecht intelligente Ladelösungen, die den Ausbau der Elektromobilität und die Nutzung erneuerbarer Energien fördern sollen.
Heute wird das lokale Stromnetz durch die Inbetriebnahme der ersten beiden Prototypen, die mit der Vehicle-to-Grid- Technologie (V2G) kompatibel sind, in puncto Flexibilität noch einen Schritt weiter vorangetrieben.
Diese beiden ZOE-Modelle, die an ihrer speziellen Karosserieerkennbar sind, verfügen über ein von Renault speziell für das bidirektionale Laden entwickeltes Ladegerät: Es ist in der Lage, einen Teil des in der Fahrzeugbatterie gespeicherten Stroms wieder ins Netz einzuspeisen.
Die Philosophie von V2G ähnelt der der stationären Speicherung, doch hier übernehmen die Autos selbst die Rolle von Energiespeichereinheiten! Sie können zur Netzstabilität beitragen, indem sie beispielsweise den Strom liefern, der zum Ausgleich einer Störung benötigt wird. Gleichzeitig tragen sie dazu bei, den Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtstromverbrauch zu erhöhen.
Den CO₂-armen Strom wieder ins Netz einspeisen
„Mit dem intelligenten Laden können wir das Auto bereits dann aufladen, wenn Strom aus intermittierenden Energiequellen wie Solar- oder Windenergie zum günstigsten Preis erzeugt wird. V2G ermöglicht es uns dann, diesen CO₂-armen Strom bei Bedarf wieder ins Netz einzuspeisen, wenn diese Versorgungsquellen ausfallen“, erläutert Nicolas Schottey, Programmleiter für neue Energiegeschäfte bei der Renault Group.
Der Nutzer wird vom Betreiber als Gegenleistung für die erbrachte Dienstleistung vergütet, behält aber natürlich die volle Kontrolle über die Nutzung seines Fahrzeugs: Der Stromaustausch erfolgt vollkommen transparent, während das Fahrzeug an die Ladestation angeschlossen ist, und stellt sicher, dass der programmierte Ladezustand zum Zeitpunkt der Abfahrt tatsächlich erreicht wird.
Bidirektionales Laden mit Wechselstrom: eine Weltpremiere
Dank der von der Renault Group entwickelten Innovation erfolgt der Datenaustausch zwischen dem Fahrzeug und dem Netz über Wechselstrom, was die Einführung des intelligenten Ladens ohne größere Änderungen an den Ladestationen ermöglicht. Gemeinden oder Privatpersonen müssen daher nicht in teure Ladestationen investieren.
Vorbereitung auf die Einführung von V2G
Der Einsatz dieser beiden ersten Prototypen in Utrecht wird es Renault und seinen lokalen Partnern ermöglichen, die Technologie unter realen Bedingungen zu testen und so die Grundlagen für ein echtes „bidirektionales Ökosystem“ zu schaffen, das die Einführung von V2G begünstigt.
„Dank dieser Prototypen werden wir ganz konkret an allen Aspekten arbeiten, die der großflächigen Einführung dieser Technologie vorausgehen“, bestätigt Nicolas Schottey. Die Ergebnisse dieses Versuchs werden sowohl in die technischen Überlegungen als auch in die Arbeiten im Zusammenhang mit den regulatorischen Entwicklungen einfließen, die künftig das bidirektionale Laden regeln werden.
Renault gibt bekannt, dass in den kommenden Monaten etwa fünfzehn Prototypen in mehreren europäischen Ländern zum Einsatz kommen sollen, um diese Testphase auf weitere Partner auszuweiten. Einige dieser ZOE-Modelle werden beispielsweise in das in Porto Santo entwickelte intelligente Elektro-Ökosystem integriert.