Wie lange dauert es, ein Elektroauto aufzuladen?

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Zu Hause, an Autobahnraststätten oder an Tankstellen: Es gibt jeden Tag mehr Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Die Ladezeit hängt bei jedem Ladegerätetyp von mehreren Faktoren ab.

VON DER RENAULT GROUP

Wie lange dauert es, ein Elektroauto „aufzutanken“ ? Seit mehreren Jahren wetteifern die Hersteller mit einfallsreichen Lösungen, um eine möglichst schnelle Aufladung zu ermöglichen. Die Ladezeit eines Elektroautos hängt jedoch von mehreren Faktoren ab.

Welche Faktoren beeinflussen die Ladezeit eines Elektrofahrzeugs?

Die Leistung der Ladestation für Elektrofahrzeuge

Dies ist zweifellos der wichtigste Faktor, insbesondere da die Leistung einer Ladestation für Elektrofahrzeuge erheblich variieren kann – von 2,3 kW bis zu 250 kW. Sie hängt vom verwendeten Steckertyp und der Art der Ladeeinrichtung ab: Haushaltssteckdose, Wallbox, öffentliche Ladestation oder Schnellladestation, wie sie beispielsweise an Autobahn-Ladestationen zu finden sind.

Die Batteriekapazität des Elektrofahrzeugs

Die in Kilowattstunden (kWh) angegebene Batteriekapazität bestimmt die Reichweite des Fahrzeugs, d. h. die längste Strecke, die es zwischen zwei Ladevorgängen zurücklegen kann. Durch den Wechsel von einer 41-kWh-Batterie zu einer 52-kWh-Batterie hat der Renault ZOÉ seine Reichweite nach WLTP* um fast 100 Kilometer verbessert.

Es liegt auf der Hand: Je höher die Batteriekapazität, desto größer die Reichweite des Fahrzeugs und desto länger dauert es, bis es vollständig aufgeladen ist. An derselben Ladestation wird ein Elektroauto mit einer Reichweite von 100 Kilometern nach WLTP* daher schneller vollständig aufgeladen sein als ein Fahrzeug mit einer Reichweite von 300 Kilometern nach WLTP*.

Außerdem ist es manchmal vorteilhaft, die Batterie nur teilweise aufzuladen, um die Ladezeit zu optimieren. Denn die ersten 80 % der Batterie sind proportional schneller aufgeladen als die restlichen 20 %. Wenn man beispielsweise an einer Ladestation an der Autobahn anhält, kann der mit einer Z.E. 50-Batterie ausgestattete ZOÉ an einer Schnellladestation in nur 42 Minuten von 30 % auf 80 % aufgeladen werden.

Das Ladekabel

Neben dem vom Hersteller üblicherweise mitgelieferten Ladekabel für den gelegentlichen Gebrauch, das an eine normale Haushaltssteckdose angeschlossen werden kann, ist ein weiterer Ladekabeltyp erforderlich, um die verschiedenen Ladestationen für Elektrofahrzeuge nutzen zu können. Nicht alle Modelle unterstützen die gleiche Leistung, und einige einphasige Ladekabel sind auf 7,4 kW begrenzt.

Die Wetterbedingungen

Die Ladezeit Ihres Elektrofahrzeugs kann bei sehr kalten Temperaturen länger sein. Außerdem kann es bei hohen Temperaturen aus Sicherheitsgründen zu einer vorübergehenden Unterbrechung des Ladevorgangs kommen, um eine Überhitzung zu vermeiden.

Ladezeit an einer Wallbox

Es gibt zwei Möglichkeiten, sein Elektrofahrzeug zu Hause aufzuladen. Die erste Option, die auch von den Herstellern empfohlen wird, ist die Installation einer Wallbox zu Hause. Diese an der Wand befestigte Box wird über einen eigenen Stromkreis an den Sicherungskasten angeschlossen. Das Ergebnis ist ein sichereres und schnelleres Aufladen des Fahrzeugs. Mit einer Leistung von 3,7 kW, 7,4 kW oder sogar 22 kW (dreiphasig) ist die Wallbox deutlich leistungsfähiger als eine Standardsteckdose.

Ladezeit an einer Haushaltssteckdose

Die zweite Möglichkeit besteht darin, Ihr Fahrzeug mit dem vom Hersteller mitgelieferten Ladekabel (wie dem Flexi-Charger von Renault) direkt an eine Haushaltssteckdose anzuschließen. Diese Methode ist kostengünstiger, aber auch langsamer, da die Leistung der Stromversorgung begrenzt ist. Je nach Fahrzeug und Batteriegröße kann es mehr als 24 Stunden dauern, bis die Batterie vollständig aufgeladen ist. Der Renault Twizy bildet jedoch eine Ausnahme, da er an einer Standardsteckdose in 3 Stunden und 30 Minuten vollständig aufgeladen werden kann.

Die Nutzung einer Haushaltssteckdose kann eine vorübergehende Lösung sein. Wenn Sie jedoch nicht indie Installation einer Wallbox investieren möchten, sollten Sie wissen, dass Sie sich auch für eine gesicherte Green’up-Steckdose entscheiden können, die speziell für das Laden von Elektroautos entwickelt wurde. Beim ZOÉ beispielsweise lässt sich die Batterie nach 15 Stunden Ladezeit zu 80 % aufladen.

Ladezeit an einer öffentlichen Ladestation

Öffentliche Ladestationen für Elektrofahrzeuge, die man beispielsweise auf einigen Parkplätzen oder in der Nähe von Einkaufszentren findet, sind ähnlich aufgebaut wie eine Wallbox. Ihre Leistung ist vergleichbar (von 3,7 kW bis 11 kW oder sogar 22 kW), wobei die Ladezeit je nach der vom Fahrzeug unterstützten Leistung variiert.

Ladezeit an einer Schnellladestation

Schnellladestationen, die meist an Tankstellen oder auf Autobahnraststätten zu finden sind, ermöglichen es, ein Elektrofahrzeug in besonders kurzer Zeit aufzuladen. Diese Schnellladestationen verfügen über eine sehr hohe Leistung – von 50 kW bis zu etwa 250 kW bei den sogenannten „Ultraschnellladestationen“ (letztere arbeiten mit Gleichstrom, während die anderen mit Wechselstrom betrieben werden). Da jedoch nicht alle Elektroautos die gleiche Fähigkeit besitzen, Hochleistungsladung aufzunehmen, kann die Ladezeit von Modell zu Modell variieren. Die gute Nachricht: In Europa dürfte die Zahl der Schnellladestationen weiter steigen. Das von der Renault Group unterstützte Programm E-Via sieht beispielsweise die Einrichtung einer Reihe von Schnellladestationen (50 kW) vor, die sich auf Italien, Frankreich und Spanien verteilen.

Ladezeit des Renault ZOÉ

Mit seiner Z.E. 50-Batterie zeichnet sich der ZOÉ durch eine höhere Batteriekapazität als die Vorgängerversion aus, die von 41 kW auf 52 kW gestiegen ist. Hervorzuheben sind auch einige Neuerungen beim Laden. Die Ladeklappe verfügt nun über eine Kombisteckdose (CCS) mit einem europäischen Standardstecker (Typ 2, für das Laden mit Wechselstrom) und einem zweipoligen Stecker (für das Laden mit Gleichstrom). An einer 7-kW-Wallbox ist die Batterie in weniger als 9 Stunden und 30 Minuten vollständig aufgeladen, was einer Reichweite von 395 Kilometern nach WLTP* entspricht. An einer 22-kW-Ladestation lädt die Batterie in einer Stunde genug Energie für eine Reichweite von 125 Kilometern nach WLTP* auf, an einer 11-kW-Ladestation dauert dies zwei Stunden.

Der Renault ZOÉ ist nun auch mit einem zweiten Anschluss für das Schnellladen mit Gleichstrom (DC) ausgestattet. Damit kann er eine Leistung von bis zu 50 kW aufnehmen. Unter diesen Bedingungen benötigt der ZOÉ der Modellreihe 2019 nur 30 Minuten Ladezeit, um eine Reichweite von 150 Kilometern nach WLTP* zu erreichen.

Nicht zu vergessen ist das im ZOÉ integrierte „Caméléon“-Ladegerät, das die maximale Leistung von 22-kW-Wechselstrom-Ladestationen (die an öffentlichen Orten besonders verbreitet sind) aufnehmen kann. So lässt sich der ZOÉ sechsmal schneller aufladen als andere Fahrzeuge!

Wie lädt man ein Elektroauto an einer Ladestation auf?

Sie fragen sich, wie Sie Ihr Elektroauto aufladen können? Das ist ganz einfach. Ladestationen sind sehr benutzerfreundlich. Zu Hause, sei es an einer Haushaltssteckdose oder an einer Wallbox, müssen Sie lediglich Ihr Elektroauto an das eine Ende des Ladekabels anschließen und dieses dann wie bei einem gewöhnlichen Elektrogerät an die Steckdose anschließen. Einfacher geht es nicht! An einer öffentlichen Ladestation geht man genauso vor, allerdings kann ein Code, eine Zugangskarte oder eine mobile App erforderlich sein, um zu bezahlen oder sich anzumelden.

Je nach Ihrem Elektrofahrzeug und der Art der öffentlichen Ladestation benötigen Sie möglicherweise auch einen Adapter, insbesondere um ein Fahrzeug mit Typ-2-Stecker an eine Ladestation mit einer älteren Typ-3-Buchse anzuschließen. Letztere wird jedoch immer seltener, da der Typ-2-Stecker mittlerweile ein europäischer Standard ist.

Säulen mit oder ohne Stromkabel

An Gleichstrom-Schnellladestationen, die man vor allem an Autobahnraststätten und Tankstellen findet, ist das Ladekabel immer fest an der Ladestation angeschlossen, ähnlich wie bei einer Zapfsäule. An Wechselstrom-Schnellladestationen, die man oft in der Stadt und auf Supermarktparkplätzen findet, haben Sie zwei Möglichkeiten: Entweder ist das Ladekabel an der Station befestigt, oder Sie müssen Ihr eigenes Kabel zum Anschließen verwenden. An Langsamladestationen und Haushaltssteckdosen muss in der Regel (aber nicht immer) das mit Ihrem Elektroauto mitgelieferte Kabel verwendet werden.

Wie viel kostet das Aufladen eines Elektroautos?

Was die Kosten für das Aufladen des Fahrzeugs angeht, kann das Fahren mit einem Elektroauto eine finanziell vorteilhafte Option sein, insbesondere dank der Möglichkeit des intelligenten Ladens zu Hause. Diese Technik besteht darin, Ihr Elektroauto zu Hause aufzuladen, wenn der Strombedarf gering ist und die Energie daher kostengünstiger ist.

Um die Kosten für das Aufladen eines Elektrofahrzeugs zu Hause zu berechnen, muss man lediglich die Gesamtkapazität der Batterie mit dem Preis pro Kilowattstunde multiplizieren. In Europa kostet dies zwischen 2 und 4 Euro pro 100 Kilometer, wenn das Aufladen zu Hause an einer Wallbox-Ladestation erfolgt (im europäischen Durchschnitt 3,71 Euro pro 100 Kilometer für einen Renault ZOÉ). Zum Vergleich: Ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor verbraucht etwa 7 Liter pro 100 Kilometer, was 10 Euro entspricht.

Unterwegs hängen die Kosten für das Aufladen Ihres Elektrofahrzeugs von der Art der verwendeten Ladestation ab. Je nach Land gibt es zudem unterschiedliche Zahlungsmethoden für das Aufladen eines Elektrofahrzeugs. In Frankreich beispielsweise zahlen Sie für die Ladezeit Ihres Fahrzeugs, während Ihnen im Vereinigten Königreich und in Deutschland die Kosten auf Basis der Kilowattstunde oder der Leistung der Ladestation in Rechnung gestellt werden. Als Anhaltspunkt: Eine 30-minütige Schnellladung kostet in Europa etwa 8 Euro.

Schließlich wirken sich auch der Fahrstil und die Batteriekapazität auf Ihre endgültige Stromrechnung aus. Der äußerst vielseitige ZOÉ und der Stadtflitzer Twingo Electric benötigen beide im Durchschnitt nur eine einzige Ladung pro Woche, und das trotz der unterschiedlichen Batteriegrößen (52 kWh beim ZOÉ gegenüber 22 kWh beim Twingo Electric). Dies lässt sich durch die jeweilige Fahrweise erklären.

Wie oft muss ein Elektroauto aufgeladen werden?

Eine der häufigsten Fragen, die sich diejenigen stellen, die den Kauf eines Elektroautos planen, ist, wie oft sie das Fahrzeug aufladen müssen, um die Reichweite der Batterie zu optimieren. Heutzutage sind die Batterien von Elektroautos weitaus leistungsfähiger als die von Mobiltelefonen! Tatsächlich sind die Batterien in modernen Elektroautos speziell darauf ausgelegt, Überladung und Überhitzung zu vermeiden. Zu Hause, an einer Wallbox, wird der Ladevorgang beendet, sobald die Batterie 100 % ihrer Kapazität erreicht hat oder die Temperatur zu hoch ist, um jeglichen Verschleiß zu vermeiden.

Mit einem Elektrofahrzeug von Renault müssen Sie Ihr Fahrverhalten nicht ändern. Für diejenigen, die ihr Elektrofahrzeug, beispielsweise einen ZOÉ, ganz normal nutzen, reicht eine nächtliche Aufladung für die wöchentlichen Fahrten oder Wochenendausflüge aus. Sollte die Reichweite nicht ausreichen, um all Ihre Bedürfnisse zu decken, bieten die modernen Ladeinfrastrukturen in der Stadt eine Vielzahl von Lademöglichkeiten, die sich Ihrem Lebensstil anpassen. Versuchen Sie nach Möglichkeit, den Ladezustand der Batterie Ihres Elektrofahrzeugs je nach Bedarf durch regelmäßiges Aufladen zwischen 20 und 80 % zu halten.

Wenn Sie Ihr Elektrofahrzeug für längere Zeit abstellen müssen, empfiehlt Renault, die Batterie auf 20 bis 50 % aufzuladen: So wird ein unnötiger Verschleiß der Batterie vermieden, während gleichzeitig genügend Energie für die Versorgung der kleinen Batterien im Fahrzeug erhalten bleibt.

* Die hier genannten Werte für Fahrzeit und Reichweite wurden anhand der Ergebnisse berechnet, die Nouvelle im Rahmen des WLTP-Zertifizierungsverfahrens (Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure, standardisierter Zyklus: 57 % Stadtverkehr, 25 % Vorortverkehr, 18 % Autobahnverkehr) ermittelt hat, das darauf abzielt, die tatsächlichen Nutzungsbedingungen der Fahrzeuge abzubilden. Sie geben keinen Aufschluss darüber, welche Art von Fahrt nach dem Aufladen gewählt wird. Die Ladezeit und die wiedergewonnene Reichweite hängen auch von der Temperatur, dem Verschleiß der Batterie, der von der Ladestation gelieferten Leistung, dem Fahrstil und dem Ladezustand ab.