Maßnahmen zur Förderung von Elektroautos in der Stadt

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Das Problem der Luftverschmutzung betrifft alle Großstädte, die Zufahrtsbeschränkungen einführen. Außerhalb der Fußgängerzonen sind Elektrofahrzeuge von diesen Verboten nicht betroffen.

Um den Anstieg der Luftverschmutzung in städtischen Gebieten einzudämmen, bereiten sich viele Großstädte auf die Zukunft vor, indem sie vielfältige Maßnahmen ergreifen, die darauf abzielen, den Verkehrsfluss zu verbessern und Schadstoffemissionen zu begrenzen. Mehrere von ihnen haben in Europa bereits über 230 Umweltzonen (ZFE, oder LEZ für „Low Emission Zone“ auf Englisch) sowie verkehrsberuhigte Zonen (ZTL) eingerichtet.

Unterschiedliche Regelungen je nach Stadt

London, wo bereits 2003 eine Stadtmaut eingeführt wurde, hat mehrere konzentrische Umweltzonen festgelegt, von denen die innerste die strengsten Beschränkungen aufweist: Heute dürfen Fahrer von Fahrzeugen, die vor Inkrafttreten der Euro-4-Norm (Januar 2006) zugelassen wurden, diese Zone nur gegen Zahlung einer relativ hohen Zufahrtsgebühr (umgerechnet 14,50 Euro zusätzlich zu den 13,50 Euro Mautgebühr) befahren. Das Bußgeld für eventuelle Verstöße ist abschreckend: 185 Euro. Im Jahr 2021 wird diese Maßnahme für das gesamte Stadtgebiet gelten.

Andere Städte erwägen ein Fahrverbot für bestimmte Fahrzeugkategorien. Kleinere Städte führen ihre eigenen Regelungen ein. In Utrecht (Niederlande) beispielsweise dürfen Dieselfahrzeuge, die vor 2001 hergestellt wurden, bestimmte Zonen nicht befahren. In Köln (Deutschland) dürfen Dieselfahrzeuge, die vor 2006 gebaut wurden, sowie Benziner, die vor 1993 hergestellt wurden, nicht mehr in die Innenstadt fahren. In Italien haben 106 Städte und Gemeinden, darunter Rom, Bologna, Florenz, Palermo, Mailand, Genua und Turin, ebenfalls entsprechende Maßnahmen ergriffen. In Spanien haben sich Gemeinden mit mehr als 50.000 Einwohnern – das sind 138 Städte – dafür entschieden, konkret gegen die Luftverschmutzung vorzugehen, indem auch sie mehrere Umweltzonen eingerichtet haben.

Frankreich trifft Vorkehrungen und passt seine Maßnahmen an

Auch in Frankreich wird die Stadt der Zukunft Verbrennungsfahrzeugen weniger Raum einräumen. Paris und 15 weitere Großstädte, von denen einige bereits eine alternierende Fahrbeschränkung je nach Crit’Air-Plakettenklasse eingeführt hatten, haben ihre Vorschriften geändert. Seit dem 1. Juli 2019 sind beispielsweise Fahrzeuge der Crit’Air-Klasse 4 (Dieselfahrzeuge vor 2006) im Stadtgebiet von Paris verboten.

Im Großraum Paris verbieten 49 der 79 Gemeinden, die die Hauptstadt umgeben, in ihren Umweltzonen den Zugang für Fahrzeuge mit der Crit’Air-5-Plakette, d. h. für Dieselfahrzeuge vor 2001 und Benziner vor 1997. Auch andere französische Großstädte wie Lille, Lyon, Marseille oder Grenoble haben dieses Vignettensystem eingeführt und werden den Zugang zu ihren Stadtzentren für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor je nach Alter und Motorisierung schrittweise verbieten.

Elektrofahrzeuge haben in der Stadt Vorteile

Neben der freien Zufahrt zu den Innenstädten (außerhalb der Fußgängerzonen) und den finanziellen Förderungen beim Kauf dieser Fahrzeugart profitieren Elektroautos im städtischen Raum von mehreren Vorteilen. So sind ihnen beispielsweise zahlreiche Parkplätze vorbehalten, von denen einige sogar kostenlos sind. Das Aufladen, sei es langsam oder schnell, ist in manchen Einkaufszentren oder an Carsharing-Stationen ebenfalls frei zugänglich.

Bei Fahrgemeinschaften (mindestens zwei Personen an Bord) dürfen Fahrzeuge bestimmte Fahrspuren nutzen, die eigentlich Bussen oder Taxis vorbehalten sind. Künftig könnten an wichtigen Stellen, wie beispielsweise auf den Ringstraßen, bestimmte Abschnitte oder Fahrspuren ausschließlich für sie reserviert werden. Diese Art des Transports ist umso umweltfreundlicher, wenn sie mit Elektrofahrzeugen erfolgt, d. h. im Betrieb emissionsfrei* ist.

Kaufprämien für Elektro-Pkw und -Nutzfahrzeuge

In Frankreich werden neben dem Umweltbonus auch regionale Prämien für Privatpersonen gewährt. So bietet beispielsweise die Metropolregion Grand Paris einen Zuschuss von bis zu 6.000 Euro an, der zu den bereits bestehenden Förderungen hinzukommt (das Angebot gilt nur für die ersten 1.000 Antragsteller). Auf diese Weise kann der Käufer eines Renault ZOE seine Kosten um bis zu 17.000 Euro senken (einschließlich des Bonus von 6.000 Euro und der Umtauschprämie). In Okzitanien wird Privatpersonen das Programm „Eco-chèque mobilité“ angeboten: 30 % des Fahrzeugwerts, begrenzt auf 1.000 Euro für steuerpflichtige Personen und 2.000 Euro für nicht steuerpflichtige Bürger. Auf der französischen Website „ Je roule en électrique “, die vom Ministerium für ökologischen Wandel gemeinsam mit der AVERE eingerichtet wurde, kann man sich übrigens über die verfügbaren Fördermittel informieren.

Neben dem Personenverkehr steigt auch der Bedarf an städtischer Logistik, insbesondere aufgrund des Wachstums des E-Commerce. Dies führt zu einem explosionsartigen Anstieg der Lieferungen in die Innenstädte. Für die Bewältigung dieser strategisch wichtigen „letzten Meile“, die oft von Logistikzentren außerhalb der Städte aus zurückgelegt wird, erweisen sich Elektro-Nutzfahrzeuge als die umweltfreundlichste Lösung. Einige Städte unterstützen daher die Anschaffung von Elektrofahrzeugen und den Aufbau der entsprechenden Infrastruktur. So hat beispielsweise London (England) einen Finanzierungsplan in Höhe von 23 Millionen Pfund Sterling vorgesehen, um Unternehmen dazu zu ermutigen, ihre Fahrzeugflotten auf Elektroantrieb umzustellen.

Heute haben nur Fahrer von Elektrofahrzeugen – egal ob Privat- oder Nutzfahrzeuge – Zugang zu den Innenstädten der großen Ballungsräume. Eine Tatsache, die man bei der Anschaffung eines neuen Autos berücksichtigen sollte!

*Während der Fahrt entstehen weder CO₂-Emissionen noch regulierte Luftschadstoffe, abgesehen von Verschleißteilen

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