Vom Konzept bis heute: Das Design des ZOE, erzählt von seinen Designern
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Der Renault ZOE, der 2009 als Konzept und 2012 als Serienmodell auf den Markt kam, gewinnt täglich neue Kunden und Fans hinzu. Ein Rückblick auf die Entstehungsgeschichte eines Modells, das zu einem Aushängeschild der Renault Group und der Elektromobilität insgesamt geworden ist, mit den Designern, die hinter dem Projekt stehen: Raphaël Linari, derzeit Designleiter im Renault Design Center Seoul und Exterieur-Designer des ZOE Z.E. Concept im Jahr 2008, sowie Agneta Dahlgren, Designleiterin für Elektrofahrzeuge.
VON DER RENAULT GROUP
Hallo Raphaël und Agneta. Ihr beide wart von Anfang an am ZOE-Projekt beteiligt. Wie sahen die Vorgaben, Ziele, Einschränkungen und neuen Herausforderungen aus, die mit der Neuheit des Elektroautos verbunden waren? Sei es bei der Entwicklung des 2009 vorgestellten ZOE Z.E. Concept oder bei der des 2012 auf den Markt gebrachten Serienmodells ZOE?
Raphaël Linari (R.L.): Wenn man ein Konzeptfahrzeug von Grund auf neu entwickelt, gibt es viel weniger technische Einschränkungen. Da ich für das Außendesign verantwortlich war, konnte ich bei der Architektur und den Proportionen des ZOE Z.E. Concept von größerer Freiheit profitieren. So wurden beispielsweise die Batterien und der Elektromotor an der Stelle positioniert, die am besten geeignet ist, um ein sehr fließendes und dynamisches Profil zu erzielen. Es ist eine Freude, die Technik an den Stil anpassen zu können!
Die so angeordneten technischen Elemente ermöglichten es uns, den Innenraum zu optimieren, denn wir wollten ihn so geräumig und erholsam wie einen japanischen Garten gestalten. So konnten wir diese wunderschönen Sessel in Form großer Kieselsteine platzieren und einen flachen, wellenförmigen Boden schaffen, der an einen Zen-Garten erinnert.
Agneta Dahlgren (A.D.): Der ZOE Z.E. Concept und der Serien-ZOE, für den ich verantwortlich war, wurden parallel entwickelt. Unsere Marktstudien zeigten, dass der Umstieg auf ein reines Elektroauto für die Verbraucher einen enormen Schritt nach vorne darstellte und daher verunsichernd wirken konnte. Deshalb unterscheidet sich der Serien-ZOE ziemlich stark vom Konzept. Wir wollten ein Auto mit einer starken Persönlichkeit, das sich aber nicht allzu sehr von dem unterscheidet, was man bereits von der Straße gewohnt war, um eine gewisse Vertrautheit zu bewahren. Der ZOE hat seinen eigenen Charakter, ist aber kein „UFO“.
Inwiefern hat Sie das Konzept inspiriert?
A.D.: Wir haben seinen „Zen“-Charakter, seine charakteristischen Designmerkmale und die blauen Akzente beibehalten. Außerdem haben wir mit den in die Fensterkontur integrierten Türgriffen an das Coupé-Design angelehnt.
Auch der Innenraum ist vom Konzept inspiriert, mit einfachen und natürlichen Formen, die für echtes Wohlbefinden an Bord sorgen. Der gesamte Innenraum wurde so gestaltet, dass er die Gelassenheit des ZOE, seine Umweltfreundlichkeit und seine Reinheit zum Ausdruck bringt, insbesondere durch helle Farben. Und die Konkurrenz ist uns in diesem Bereich gefolgt!

Wie erklären Sie sich, dass das Design des ZOE auch acht Jahre nach der Markteinführung des ersten Modells noch immer so aktuell ist? Was macht die DNA seines Stils aus, das charakteristische Merkmal, das Generationen überdauern soll?
R.L: Der ZOE besticht durch „effiziente Sinnlichkeit“, eine hervorragende Balance zwischen Form und Funktion sowie klare, zeitlose Formen. Das ist eine Gemeinsamkeit, die man zwischen dem Konzept und dem Serienmodell erkennen kann. Zudem haben beide Fahrzeuge eine sehr ausdrucksstarke Frontpartie, die Sympathie weckt. Seit ihrer Markteinführung beweisen sie, dass ein Elektroauto genauso schön anzusehen und zu fahren sein kann wie jedes herkömmliche Auto.
So ist der Serien-ZOE meiner Meinung nach zu einer weiteren Ikone in der Renault-Palette geworden, genau wie der Twingo oder der Clio.
A.D.: Der ZOE bleibt, was er ist: ein Auto mit Charakter. Im Laufe der Jahre hat er an Reife und Persönlichkeit gewonnen. Man könnte sagen, er hat sich vom Kind zum jungen Erwachsenen entwickelt; seine Ausdruckskraft hat sich verstärkt, bei einem Design, das nach wie vor frisch wirkt.
Beim ZOE Z.E. Concept war es eine wahre Freude, die Technik an das Design anzupassen! So konnten wir den Innenraum optimieren, der so geräumig und erholsam ist wie ein japanischer Garten.
Raphaël Linari, Exterieur-Designer des ZOE Z.E. Concept im Jahr 2008
Der neue ZOE verwendet recycelte Materialien für seine Innenverkleidungen. Eine Entscheidung, die im Einklang mit dem ökologischen Image von Elektroautos steht?
A.D.: Ja, genau. Wir haben schon seit einiger Zeit daran gearbeitet, aber die Entwicklung neuer recycelter Materialien erfordert Tests hinsichtlich Haptik, Haltbarkeit und Schmutzanfälligkeit sowie die Zusammenarbeit mit engagierten und motivierten Zulieferern. All das braucht Zeit. Vor allem, da diese Materialien beim ZOE nicht einfach nur aus dem Recycling stammen: Sie sind Teil einer echten Kreislaufwirtschaftspolitik, insbesondere durch die Wiederverwendung von Sicherheitsgurtabfällen.

Beeinflussen die ständigen technologischen Neuerungen (neue Motoren, Weiterentwicklungen bei der Batteriekapazität, der Bedarf an Energieeffizienz usw.) zwangsläufig Ihre Designarbeit oder schränken sie diese sogar ein?
A.D.: Es gibt natürlich Einschränkungen, die jedoch sowohl negative als auch positive Auswirkungen haben können. Die Verwendung der Plattform des ersten Modells schränkte uns hinsichtlich der Gesamtabmessungen des Fahrzeugs ein. Doch indem wir mit den Proportionen spielten – mit einem recht hohen Fahrzeug, einer markanten und angehobenen Gürtellinie, schlanken, langgestreckten Scheinwerfern und der Anordnung der Räder an den vier Ecken des Fahrzeugs – gelang es uns, ein Auto mit kraftvollem Design zu schaffen, das dennoch nicht schwerfällig wirkt.
Auch beim neuen ZOE stießen wir auf neue Einschränkungen. Die Integration des doppelten Ladegeräts hinter dem Logo erforderte eine vertikalere Ausrichtung des Rhombus, was unserem ZOE jedoch besonders gut steht! Wir haben auch Lösungen gefunden, um den Kunden beispielsweise nun Nebelscheinwerfer an der Front anzubieten.
R.L.: Jede neue Technologie eröffnet einem Designer neue Möglichkeiten. So lässt sich beispielsweise der Einsatz von LEDs bei Scheinwerfern und Rückleuchten vom Konzept bis zum Serienfahrzeug ganz unterschiedlich umsetzen.
ZOE hat im Laufe der Jahre an Reife und Charakter gewonnen. Man könnte sagen, dass sie vom Kind zum jungen Erwachsenen herangewachsen ist. Ihre Ausdruckskraft hat sich verstärkt, doch ihr Design bleibt frisch.
Agneta Dahlgren, Designleiterin für die Elektrofahrzeugreihe
Wie sehen Sie beide die Entwicklung des Renault-Elektroautos in Bezug auf das Design in den kommenden Jahren? Werden neue Einschränkungen hinzukommen oder im Gegenteil mehr Freiheit entstehen?
A.D.: Die Entwicklung einer speziellen Plattform für Elektrofahrzeuge innerhalb der Allianz bietet uns einen Spielraum, der den Kunden enorme Vorteile bringt. Dadurch entsteht mehr Platz im Innenraum, was nicht nur mehr Wohnraum, sondern auch mehr Stauraum bedeutet. Dies dürfte in Zukunft eines der wichtigsten Verkaufsargumente für die Elektrofahrzeuge von Renault gegenüber Wettbewerbern sein, die andere Entscheidungen getroffen haben.
Zudem verleihen der lange Radstand und die kurzen Überhänge, die durch den Elektromotor und diese neue Plattform ermöglicht werden, den Fahrzeugen neue Proportionen mit eleganten Linien.

R.L: Wie man sieht, sind Design und Technologie beim ZOE vielleicht noch stärker als bei anderen Modellen eng miteinander verbunden. Ein von Grund auf elektrisches Fahrzeug wie der ZOE, dessen Technologien ständig weiterentwickelt werden, ist Teil der wegweisenden Strategie der Renault Group und dürfte es ihr ermöglichen, ihren Status als Marktführer im Bereich der Elektromobilität in Zukunft weiter zu festigen.
Urheberrechte: Renault Group, Yannick BROSSARD, PLANIMONTEUR, Frithjof OHM, Frithjof Ohm INCL. Pretzsch

