Die zwei Leben der Batterie
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Man sagt, Katzen hätten neun Leben – die Batterie eines Elektrofahrzeugs hat zwei, und die wichtigsten Materialien, aus denen sie besteht, sogar noch mehr. Sie durchläuft zunächst ein erstes Leben im Automobil, dann ein zweites, das anderen Zwecken wie der stationären Speicherung von elektrischer Energie gewidmet ist, bevor sie schließlich recycelt wird. Ein kleiner Leitfaden zur Kreislaufwirtschaft der Batterie.
von der Renault Group
Das Leben rund ums Auto
Der Einsatz im Auto ist der Hauptzweck der Batterie eines Elektrofahrzeugs. Diese erste Nutzungsphase im Fahrzeug kann sich je nach Batterietyp, Nutzung und Lebensdauer des Fahrzeugs selbst auf mehr als 15 Jahre erstrecken. Das sind ihre besten Jahre!
Da sich die Technologie ständig weiterentwickelt, werden die Batterien immer leistungsfähiger. Heute ist es sogar möglich, den Ladevorgang so zu steuern, dass er die Daten des Stromnetzes berücksichtigt: Er wird gestartet, wenn der Energiebedarf geringer ist als das Angebot, und unterbrochen, wenn Nachfragespitzen auftreten. Dieses intelligente Laden verhindert somit eine Überlastung des Netzes und fördert die Nutzung von günstigerem und CO₂-ärmerem Strom.
In Zukunft wird das bidirektionale Laden die Vorteile des intelligenten Ladens ergänzen, indem es die Möglichkeit bietet, Strom in Nebenzeiten oder bei Spitzen in der Erzeugung erneuerbarer Energien zu speichern und ihn bei Verbrauchsspitzen wieder ins Netz einzuspeisen. An das Stromnetz angeschlossen, kann das Fahrzeug tatsächlich als Speicherkapazität für elektrische Energie genutzt werden, um die Schwankungen bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien auszugleichen (Vehicle-to-Grid). Damit wird es eine wichtige Rolle bei der Netzregelung und der Energiewende spielen. Derzeit laufen Versuche auf der Insel Porto Santo im Archipel von Madeira sowie in Utrecht in den Niederlanden.
Das zweite Leben
Auch in ihrem „zweiten Leben“ trägt die an das Stromnetz angeschlossene Batterie zur Entwicklung erneuerbarer Energien bei. Nach dem Ausbau aus dem Fahrzeug liegt ihre Restkapazität Schätzungen zufolge zwischen 60 und 75 % ihrer ursprünglichen Kapazität – mehr als genug, um unserer Batterie ein neues Leben zu ermöglichen! Sie wird insbesondere zur Speicherung von Energie eingesetzt, vor allem von Energie aus erneuerbaren und intermittierenden Energiequellen.
In Gebäuden können diese Batterien beispielsweise tagsüber Solarenergie aus Photovoltaikmodulen speichern, um sie am Abend wieder bereitzustellen, wenn die Sonne bereits untergegangen ist. Dies wird als stationäre Speicherung bezeichnet. In Frankreich beispielsweise testet der Syndicat Départemental d’Energie et d’Équipement de la Vendée (SyDEV) seit einigen Monaten den Einsatz von Renault-Batterien in einer zweiten Lebensphase, um die von Photovoltaikmodulen auf dem Dach eines Gebäudes erzeugte Energie zu speichern. Diese Energie maximiert die Energieautarkie des Gebäudes. Sie dient insbesondere zur Versorgung von Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Auch andere Einsatzmöglichkeiten für diese Batterien im zweiten Leben sind denkbar, wie beispielsweise der Antrieb oder die Bordstromversorgung von Spezialfahrzeugen. So können sie Kühlsysteme betreiben, Bodenausrüstung auf Flughafenvorfeldern mit Strom versorgen, Boote antreiben usw. Die Lebensdauer jeder Batterie wird dadurch potenziell um mehr als 10 Jahre verlängert.
Fast schon das Ende: Recycling
Auch wenn dieses zweite Leben zu Ende ist, ist die Batterie noch nicht ausgedient. Nun steht das Recycling über ein spezielles Sammel- und Verwertungssystem an. Die wichtigsten Materialien, aus denen sie besteht, werden recycelt und für die Herstellung von Automobilprodukten oder in anderen Branchen wiederverwendet. Das Ziel: den Abbau neuer Rohstoffe zu begrenzen. Der Kreis schließt sich!
Fazit? Die Batterie des Elektrofahrzeugs ist Teil einer Kreislaufwirtschaft: Ihre Lebensdauer wird verlängert, und ihre Verwendungsmöglichkeiten werden zum Wohle der Energiewende diversifiziert, bevor sie schließlich recycelt wird.
