Selbstbedienung: Europa im freien Lauf!
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Ausbau der Intermodalität, Ersatz für den Individualverkehr, Entlastung der Innenstädte, Verringerung der Umweltverschmutzung – die gemeinsame und elektrische Mobilität gilt als die Zukunft der Städte. Für ihre Weiterentwicklung kann sie auf den Selbstbedienungsverkehr setzen, aber worum handelt es sich dabei eigentlich?
VON DER RENAULT GROUP
Was versteht man unter einer Selbstbedienungs-Autovermietung?
Selbstbedienung im Automobilbereich ist ein Carsharing-Dienst, bei dem eine Person jederzeit – oft für kurze Zeit und ohne Zwischenhändler – über ein Fahrzeug verfügen kann. Diese Form der geteilten Mobilität ermöglicht es den Nutzern, ein Fahrzeug je nach Bedarf zu nutzen, ohne die Gesamtkosten tragen zu müssen. Die Selbstbedienung entwickelt sich vor allem in Städten, die oft gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden sind und in denen sich der Kauf eines Fahrzeugs im Verhältnis zur Nutzung nicht immer rentiert. In Frankreich macht lautADEME ein Auto durchschnittlich 10 bis 12 % des jährlichen Haushaltsbudgets aus, wird aber nur 5 % der Zeit und ausschließlich in der Stadt genutzt. Zudem sind 40 % der täglichen Autofahrten kürzer als 3 km.
Es gibt verschiedene Formen der Selbstbedienung: Rundkurs, Direktstrecke oder Free-Floating (auf Englisch„free floating“ ). Die ersten beiden basieren auf einem Stationssystem mit einem fest zugewiesenen Stellplatz für das Fahrzeug. Das Fahrzeug muss dann an denselben Ort (Rundlauf) oder zu einer anderen Station (Direktstrecke) zurückgebracht werden. Beim Carsharing mit freier Flotte lässt man das Fahrzeug dort stehen, wo man möchte – innerhalb eines abgegrenzten Bereichs und natürlich unter Einhaltung der Parkvorschriften.
Diese Carsharing-Dienste, die zunehmend auf Elektrofahrzeuge setzen, können von Kommunen, privaten Anbietern, manchmal auch von einer Kombination aus beiden oder von Privatpersonen angeboten werden.
Wie buche ich ein Selbstbedienungsfahrzeug?
Je nach Anbieter gibt es verschiedene Modelle: mit oder ohne Abonnement, mit Reservierung (über das Internet oder per Telefon) oder ohne Reservierung. In seiner flexibelsten Form ermöglicht der Selbstbedienungsdienst, ein Fahrzeug zu finden, zu reservieren, zu entsperren, bei der An- und Abgabe den Zustand zu überprüfen und das Fahrzeug ohne Abonnement und nur mit dem Smartphone zurückzugeben. Dies ist beispielsweise bei Zity in Paris in Frankreich der Fall.
Abgesehen von den eventuellen Kosten für das Abonnement zahlt der Nutzer je nach Mietdauer und zurückgelegter Kilometerzahl oder pauschal (beispielsweise pro Tag). Im Mietpreis sind Versicherung, Kraftstoff, Parkgebühren und Wartungskosten enthalten.
Die verschiedenen Selbstbedienungs-Transportmittel
Neben Autos stehen auch Fahrräder, Motorroller und Tretroller im Selbstverleih zur Verfügung. Auch wenn sich die Verkehrsmittel unterscheiden, gelten dieselben Abrechnungs- und Bereitstellungsprinzipien. Bei Motorrollern und Tretrollern überwiegt das Free-Floating-Modell, und die Nutzung mobiler Apps ist weit verbreitet.
Fahrradverleihsysteme
Was könnte besser dazu beitragen, das Fahrrad als Verkehrsmittel zu fördern, als zunächst einmal ein Fahrradverleihsystem anzubieten? Vorbei sind die Sorgen um den Abstellplatz zu Hause, die Angst vor Diebstahl oder der Aufwand für die Wartung. Die Geschichte beginnt 1965 in Amsterdam mit den „Witte fietsen“ (weißen Fahrrädern), einer Bewegung, die von Provo ins Leben gerufen wurde, einer Protestgruppe, die die Stadt vom Auto befreien wollte. Doch erst in Kopenhagen entstand Mitte der 90er Jahre das erste echte Fahrradverleihsystem mit 1.000 Fahrrädern, verteilt auf 120 Stationen. Andere europäische Länder folgten: Großbritannien, die Niederlande, Frankreich, Deutschland usw. Heute haben fast zwanzig europäische Länder das „Fahrrad-Sharing“ in mehr oder weniger großem Umfang eingeführt. Mittlerweile gibt es auch E-Bikes im Fahrradverleih.
Mindestens 18 Länder in Europa bieten Fahrradverleihdienste an, die häufig von JC Decaux oder Clear Channel betrieben werden – zwei Akteure aus dem Bereich der Stadtwerbung, die ihre eigenen Fahrradverleihsysteme (Cyclocity und SmartBike) entwickelt haben. In Europa (und weltweit) haben in jüngerer Zeit auch die Fahrräder der chinesischen Giganten Ofo und Mobike den Markt erobert. Der Fahrdienstvermittler Uber ist mit seinen E-Bikes der Marke JUMP ebenfalls in den Wettbewerb eingestiegen; diese sind bereits in Paris, London, Berlin und Lissabon zu finden.
Um die Einführung solcher Dienste in mittelgroßen Städten zu fördern, gibt es heute schlüsselfertige Lösungen wie Ecovelo, das Elektro- oder herkömmliche Fahrräder mit oder ohne Abstellständer anbietet, ohne dass dafür Bauarbeiten erforderlich sind.
Selbstbedienungs-Roller
Als Zwischenlösung zwischen Fahrrad und Auto kam der Selbstbedienungsroller Mitte der 2010er Jahre auf den Markt. Er wird fast ausschließlich elektrisch angetrieben. Die Begeisterung für dieses Fortbewegungsmittel ist vor allem in Spanien, Frankreich und Deutschland groß. Allein in Madrid und Paris befinden sich 36 % der weltweiten Flotte an Selbstbedienungsrollern.
Die Elektroroller von CityScoot sind mittlerweile in Paris und Nizza verfügbar. In der französischen Hauptstadt wird das Verkehrsaufkommen auf 10.000 bis 13.000 Fahrten pro Tag geschätzt. Im Jahr 2018 gab es in Spanien knapp 9.000 Roller im Selbstverleih und in Frankreich knapp 5.000.
Tretroller im Selbstverleih
Die Elektro-Scooter im Selbstverleih, die erst seit Kurzem auf dem Markt sind, haben einen rasanten Aufstieg erlebt. Der Trend begann Anfang 2018 in den Vereinigten Staaten mit Bird und Lime. Die Ausbreitung in den Rest der Welt erfolgte sehr schnell, denn die Scooter von Lime kamen im Juni desselben Jahres in Paris an, die von Bird im August. Heute ist Lime in fast 150 Städten weltweit vertreten, Bird in knapp 100. Die beiden Unternehmen dominieren den Markt deutlich, doch andere Akteure wie Bolt, Wind oder Jump sind ihnen dicht auf den Fersen.
Da E-Scooter im Free-Floating-Verfahren, also ohne feste Abstellstationen, verfügbar sind, hat ihre Einführung die Städte dazu veranlasst, neue Vorschriften zu prüfen. Frankreich hat im Oktober ein Dekret verabschiedet, um deren Verkehr besser zu regeln. Der E-Roller hat somit Einzug in die Straßenverkehrsordnung gehalten: Er ist offiziell auf Gehwegen verboten und seine Geschwindigkeit auf 25 km/h begrenzt. Die Pariser Stadtverwaltung erwägt zudem, den Markt zu regulieren, indem sie die Anzahl der Anbieter und der im Verkehr befindlichen E-Roller begrenzt.
Einige Angebote für Carsharing in Europa
Im Jahr 2018 wurden im Bericht des Marktforschungsunternehmens Berg Insight mit dem Titel „The Carsharing Telematics Market “ weltweit 500 Carsharing-Anbieter genannt. Die Akteure sind vielfältig: neben auf Carsharing spezialisierten Unternehmen gehören dazu auch Autovermieter, Automobilhersteller oder Betreiber des öffentlichen Nahverkehrs. Carsharing-Dienste werden auf Stadt- (oder Ballungsraum-)Ebene verwaltet und sind oft lokal ausgerichtet. In den größten Städten bieten häufig mehrere Anbieter diesen Service an. In Madrid, das regelmäßig als Vorzeigestadt für Carsharing genannt wird, teilen sich mindestens fünf Betreiber den Markt: Car2Go, Emove, Zity, Ubeeqo und Free2Move. Einige davon, wie Car2Go oder Ubeeqo, sind übrigens in mehreren Ländern vertreten. Was die Fahrzeuge angeht, ist der ZOE bei Carsharing-Diensten mit Elektroautos sehr beliebt. Man findet ihn in Utrecht und Amsterdam in den Niederlanden, in Paris, Bologna, Madrid oder auch in Kopenhagen.
Ein Blick auf die Selbstbedienung in Frankreich
Seit dem Start von Autolib’ in Paris im Jahr 2011 haben mehrere Städte Carsharing-Dienste eingeführt: Bordeaux, Nantes, Lyon, Lille, Marseille, Straßburg usw. In Paris war der Elektro-Carsharing-Dienst Moov’in.Paris der erste, der nach dem Rückzug von Autolib’ wieder an den Start ging. Es folgten Car2Go, Free2Move und nun Zity. Nach Angaben des Ministeriums für ökologischen und solidarischen Wandel nutzten im Jahr 2017 5 % der Franzosen Carsharing, wobei dieser Anteil im Großraum Paris auf 11 % und im Stadtgebiet von Paris selbst auf 20 % stieg.
Angesichts der zunehmenden Verbreitung von Selbstbedienungsangeboten wird es interessant sein zu beobachten, wie sich die Anwendungen weiterentwickeln werden, um die Intermodalität zu fördern und die gemeinsame (und elektrische) Mobilität zum vorherrschenden Mobilitätsmodell in den Städten zu machen.
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