Wo und wie findet man öffentliche Ladestationen?
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Immer mehr Betreiber stellen europaweit spezielle Ladestationen für Elektrofahrzeuge bereit. Ob auf der Autobahn oder auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums – die Möglichkeiten zum Aufladen von Elektrofahrzeugen nehmen stetig zu. Ein Überblick über die Ladestationen in Europa.
VON DER RENAULT GROUP
Im Jahr 2010 gab es europaweit lediglich 3.200 Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Innerhalb von zehn Jahren ist diese Zahl erheblich gestiegen, sodass nun 200.000 Ladestationen zur Verfügung stehen. Die Europäische Union strebt die Installation von 1 Million Ladestationen bis 2025 an und geht davon aus, dass bis dahin 13 Millionen Elektrofahrzeuge auf den Straßen unterwegs sein werden. Dieser spektakuläre Fortschritt zeigt das wachsende Interesse am Elektroauto.
Große Unterschiede zwischen den europäischen Ländern
Trotz dieser vielversprechenden Zahlen sind Unterschiede zwischen den europäischen Ländern festzustellen. Die Niederlande waren 2019 das Land mit den meisten Ladestationen: landesweit waren mehr als 43.700 Einheiten installiert. Es folgen Deutschland mit 32.700 – das hofft, in zehn Jahren die Marke von 1 Million zu erreichen –, dem Vereinigten Königreich und Frankreich mit jeweils fast 28.000 Ladestationen sowie Norwegen mit fast 13.000. Im Gegensatz dazu gibt es in Griechenland landesweit nur etwa hundert Ladestationen. Mehr noch als von der Landesfläche hängt die Anzahl der Ladestationen von der Förderkraft der umgesetzten politischen Maßnahmen ab, sei es auf lokaler oder nationaler Ebene. Aber auch von den Mobilitätsgewohnheiten der Einwohner, insbesondere in den Innenstädten. So parken in den Niederlanden die Autos der Anwohner oft auf der Straße und benötigen Ladestationen in der Nähe.
Ladestationen an Autobahnen
Immer mehr europäische Autobahnen werden mit Ladestationen für Elektrofahrzeuge ausgestattet. Dies ist unerlässlich, wenn man bedenkt, dass Elektroautos bei hohen Geschwindigkeiten ihren höchsten Stromverbrauch erreichen. Daher werden entlang der Autobahnkorridore und Hauptverkehrsachsen Schnellladestationen installiert. Diese verfügen über eine Leistung zwischen 24 und 175 kW, wodurch beispielsweise der Renault ZOE bei einer 30-minütigen Pause* 150 Kilometer Reichweite zurückgewinnen kann. In rund fünfzehn europäischen Ländern gibt es etwa 5.000 Ladestationen dieser Art. In diesem Bereich nehmen die Projekte zu. Das von dem deutschen Energiekonzern E.ON und dem dänischen Betreiber Clever durchgeführte und von der Europäischen Kommission kofinanzierte Projekt sieht vor, die Autobahnen zwischen Norwegen und Italien auszurüsten. 48 Standorte werden bald in Norwegen, Italien, Frankreich, Schweden, Dänemark, Großbritannien und Deutschland betriebsbereit sein. Langfristig sollen diese neuen Ladeinfrastrukturen in Abständen von 120 bis 180 Kilometern entlang der wichtigsten Autobahnen, die diese Länder verbinden, errichtet werden. Ionity hat seinerseits mehr als 400 Ladestationen auf allen europäischen Autobahnen in Betrieb genommen, mit durchschnittlich 6 Ladepunkten pro Standort.
An Tankstellen, in Einkaufszentren, Restaurants und Cafés Strom tanken
Zahlreiche Tankstellen, die ursprünglich auf die Betankung mit Benzin oder Diesel ausgerichtet waren, stellen ihren Kunden nun Ladestationen für Elektrofahrzeuge zur Verfügung. Dies gilt beispielsweise für Royal Dutch Shell, das seit 2017 europaweit Ladestationen installiert. BP hat seinerseits 20 Millionen Euro in das israelische Unternehmen StoreDot investiert, um seine Tankstellen in Europa mit Schnellladestationen auszustatten. Auch Freizeiteinrichtungen wie Einkaufszentren, Restaurants und Cafés bieten zunehmend kostenlose Lademöglichkeiten an.

Ladestationen mit Z.E. Trip und Z.E. Pass finden
Renault Z.E. Trip ist ein in das bordeigene Navigationssystem R-Link integrierter Reiseassistent, der Ihnen alle auf Ihrer Route verfügbaren Ladestationen anzeigt. In den kommenden Monaten wird die Smartphone-App „Renault Z.E. Pass“ – nach vorheriger Registrierung Ihrer Bankkarte oder Ihres PayPal-Kontos – zudem die Möglichkeit bieten, Ladestationen zu lokalisieren und an 130.000 Ladestationen in ganz Europa direkt „beim Laden“ zu bezahlen.
Parkplätze mit intelligenten Parkautomaten
Einige Parkplätze bieten Lademöglichkeiten an. Dies gilt beispielsweise für „Park & Charge“, ein europäisches Netz, das das Aufladen von Elektrofahrzeugen an 58.000 Standorten auf dem gesamten europäischen Kontinent ermöglicht, darunter in der Schweiz, in Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Finnland, Frankreich, Spanien und Italien.
Q-Park bietet denselben Service an, derzeit jedoch nur in Großbritannien, und zwar in den Städten Birmingham, Leeds, Liverpool, London, Manchester, Nottingham, Sheffield und York. Auch auf Flughafenparkplätzen, wie beispielsweise in Heathrow in London oder Roissy Charles de Gaulle in Paris, werden zunehmend Ladestationen eingerichtet.
Ebenfalls in Frankreich hat Vinci Autoroutes Ladestationen auf den Parkplätzen der wichtigsten Raststätten des Netzes installiert; 2018 kamen die ersten Ionity-Ladestationen mit sehr hoher Leistung (350 kW) hinzu. Darüber hinaus haben zahlreiche Gemeinden und Ballungsräume Ladestationen auf öffentlichen Straßen installiert: BeLib in Paris oder auch Izivia im Großraum Lyon. Auch in weniger städtischen Gebieten gibt es entsprechende Projekte, wie beispielsweise in der Vendée, wo bereits 101 Ladestationen eingerichtet wurden.
Zudem passt sich die Gesetzgebung, insbesondere in einigen US-Bundesstaaten, an die steigende Zahl von Elektroautos an . In San Francisco beispielsweise müssen Parkplätze von Einkaufszentren oder großen Parkhäusern mit mehr als 100 Stellplätzen künftig an mindestens 10 % dieser Stellplätze Ladestationen installieren.
* Die hier genannten Werte für Fahrzeit und Reichweite wurden anhand der Ergebnisse berechnet, die der neue ZOE im Rahmen des WLTP-Zulassungsverfahrens (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure, standardisierter Zyklus: 57 % Stadtverkehr, 25 % Überlandfahrten, 18 % Autobahnfahrten), das darauf abzielt, die tatsächlichen Nutzungsbedingungen von Fahrzeugen abzubilden. Sie lassen jedoch keine Rückschlüsse auf die Art der Fahrt zu, die nach dem Aufladen gewählt wird. Die Ladezeit und die wiedergewonnene Reichweite hängen zudem von der Temperatur, dem Verschleiß der Batterie, der von der Ladestation gelieferten Leistung, dem Fahrstil und dem Ladezustand ab.
Urheberrechte: HILL Dave, Bandits, BARSHON Paul