Wie lange hält die Batterie eines Elektroautos?

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Dank der von Jahr zu Jahr erzielten erheblichen Fortschritte zeichnet sich die Lithium-Ionen-Batterie durch eine hervorragende Lebensdauer aus. Wie lange hält eine solche Batterie eigentlich? Und welche Tipps gibt es, um ihre Lebensdauer so weit wie möglich zu verlängern? In diesem umfassenden Leitfaden verrät die berühmte Lithium-Ionen-Batterie, die unter dem Boden unserer Elektrofahrzeuge verbaut ist, die Geheimnisse ihrer erstaunlichen Langlebigkeit.

VON DER RENAULT GROUP

Die durchschnittliche Lebensdauer einer Elektrofahrzeugbatterie

Wie nachhaltig ist ein Elektroauto also? Hängt dies eng mit dem Lebenszyklus der darin verbauten Batterie zusammen? Diese Fragen sorgen für Gesprächsstoff rund um Elektrofahrzeuge … Aber man muss sich erst einmal sicher sein, dass man vom Gleichen spricht.

Autobatterie, Batterie für Elektroautos, Lebensdauer des Motors … Man darf das nicht alles durcheinanderbringen!

Eine Elektroauto-Batterie ist in keiner Weise mit dem herkömmlichen rechteckigen Block, der klassischen „Autobatterie“, vergleichbar, die man bei Verbrennungsmotoren findet. Man darf auch die Lebensdauer eines Elektroauto-Motors nicht mit der der Batterie verwechseln, die ihn mit Strom versorgt. Der Motor eines Elektroautos verfügt über eine immense theoretische Lebensdauer. Die Frage der Lebensdauer betrifft in erster Linie die Lithium-Ionen-Batterie selbst.

Wie lange hält ein Lithium-Ionen-Akku?

Zunächst einmal gibt es verschiedene Arten von Batterien für Elektroautos. Heutzutage beziehen die meisten Elektrofahrzeuge ihre Energie aus sogenannten „Lithium-Ionen“-Batterien, die denen unserer Laptops und Smartphones ähneln … allerdings mit einer weitaus höheren Kapazität.

Wenn man das Thema Nachhaltigkeit anspricht, darf man die wesentlichen Eigenschaften einer Batterie und die sehr hohen Anforderungen eines Herstellers an einen optimalen Einsatz im Automobilbereich nicht außer Acht lassen. Das „automobiltechnische“ Lebensende einer Lithium-Ionen-Batterie für Elektroautos bedeutet daher nicht den vollständigen Verlust ihrer Reichweite. Vielmehr bedeutet es eine allmähliche Abnahme der Batteriekapazität im Zuge der zunehmenden Anzahl von Lade- und Entladezyklen.

Als Pionier der Elektromobilität schätzt die Renault Group die Lebensdauer ihrer Batterien – bei Einsatz in Fahrzeugen – auf etwa zehn Jahre. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Batterie damit ausgedient hat. Sie hat in ihrem „zweiten Leben“, das weitere zehn Jahre dauern kann, noch viel Energie zu bieten: stationäre Stromspeicherung, Elektrifizierung von Fahrzeugen, Verteilung von Ökostrom in kurzen Kreisläufen usw.

Welche Faktoren beeinflussen die Lebensdauer von Batterien?

Das Klima

Die Temperatur hat einen starken Einfluss auf eine Lithium-Ionen-Batterie, doch muss klar zwischen der langfristigen Abnutzung der Batterie (ihrer Lebensdauer) und der kurzfristigen Leistung der Batterie (insbesondere ihrer Ladezeit) unterschieden werden. Hitze kann sich langfristig negativ auf die Lebensdauer der Batterie auswirken, während sie keinen Einfluss auf ihre Leistung hat. Umgekehrt kann große Kälte die kurzfristige Leistung von Batterien in Elektroautos beeinträchtigen. Sie hat jedoch keinerlei Auswirkungen auf die Haltbarkeit der Batterie, das heißt, selbst häufige extreme Kälte verkürzt ihre Lebensdauer nicht.

Längeres Parken

Es gibt noch weitere Faktoren, die eine Rolle spielen. Dieser Punkt liegt zwar auf der Hand, darf aber nicht vergessen werden: Die Batterie nutzt sich ab … wenn man sie benutzt! Außerdem kann sicheine längere Stillstandzeit des Elektroautos bei hohen Temperaturen und/oder bei vollgeladener Batterie ebenfalls negativ auf die Lebensdauer auswirken.

Die Ladehäufigkeit

Auch die geringe Ladestromstärke und die hohe Ladehäufigkeit sind Faktoren, die nicht außer Acht gelassen werden sollten. Der Versuch, den Ladezustand auf einem Maximum zu halten, indem das Auto ständig für kurze Ladevorgänge an die Ladestation angeschlossen wird, führt langfristig zu einer Verschlechterung der Batterie. Schließlich verschleißt die Batterie, wenn sie sich zu oft erhitzt, was bei häufigen Ladevorgängen an den leistungsstärksten ultraschnellen Ladestationen der Fall ist.
All diese Parameter lassen sich jedoch mit den richtigen Nutzungsgewohnheiten in den Griff bekommen.

Wartung einer Elektrofahrzeugbatterie

Welche konkreten Maßnahmen lassen sich ergreifen, um der Alterung einer Lithium-Ionen-Batterie bestmöglich vorzubeugen? Es gibt eine Reihe bewährter Vorgehensweisen, die Sie befolgen sollten, um die Batterie Ihres Elektrofahrzeugs zu schonen.

Einige Tipps zur Verlängerung der Akkulaufzeit und zur Pflege des Akkus

Ein paar einfache Maßnahmen im Alltag tragen dazu bei, die Lebensdauer der Batterie zu verlängern. Was die Temperaturregelung angeht, empfiehlt es sich bei besonders langer Stillstandzeit des Fahrzeugs, es nach Möglichkeit vor direkter Sonneneinstrahlung und starker Hitze geschützt abzustellen. Ein weiterer guter Tipp in diesem Fall: Halten Sie die Ladung nicht bei 100 %, sondern eher unter 80 %. Das ist zwar nicht zwingend erforderlich, aber wenn Sie daran denken, tun Sie es!

Was die Ladehäufigkeit angeht, ist es bei einer täglichen Gesamtfahrstrecke von maximal 50 Kilometern nicht notwendig, das Fahrzeug jeden Abend aufzuladen. Einmal pro Woche sollte ausreichen. Zögern Sie nicht, die Batterie bei jedem Ladezustand voll auszunutzen, anstatt durch sehr häufiges Aufladen einen hohen Ladezustand aufrechtzuerhalten.

Um Fahrer von Elektroautos bei alltäglichen Aufgaben zu unterstützen, bieten die Hersteller in der Regel Apps oder Online-Portale an, über die sich das Laden aus der Ferne steuern lässt. Bei Renault beispielsweise ermöglicht die App MY Renault, den Ladevorgang zu programmieren, dessen Fortschritt zu verfolgen und den Verbrauchsverlauf einzusehen. Indem der Fahrer den Ladevorgang beispielsweise in den Nebenzeiten startet, kann er sein Auto am nächsten Morgen mit einer Ladung von 80 % vorfinden. Im „Ultraschnelllade“-Modus an Hauptverkehrsachsen wird ebenfalls ein Ladezustand von 80 % empfohlen. Dies ist auch aus wirtschaftlicher Sicht interessant, da das Laden an diesen Ladestationen in der Regel zeitabhängig abgerechnet wird und sich die Ladegeschwindigkeit zwischen 80 und 100 % erheblich verlangsamt. Alle in MY Renault verfügbaren Ladeinformationen helfen dem Fahrer dabei, bewährte Praktiken für das Batteriemanagement zu erlernen, um die Lebensdauer der Batterie so weit wie möglich zu verlängern.

Welche Ladeleistung ist empfehlenswert, um die Batterie des Elektroautos zu schonen?

Wie lädt man die Batterie seines Fahrzeugs richtig auf? Die Art der Aufladung des Elektroautos, d. h. die von der Ladestation abgegebene Leistung, spielt eine Rolle für die Lebensdauer der Batterie. Das Laden an „Combo CCS“-kompatiblen Schnellladestationen, wie man sie an Autobahnraststätten findet, liefert in kurzer Zeit eine große Energiemenge. Es wird jedoch nicht empfohlen, dies als Hauptlademethode für das Elektroauto zu nutzen, da sich die Batterie dabei tendenziell erwärmt. Renault begegnet diesem Problem mit der aktiven Belüftungskühlung beim ZOE und der Wasserkühlung beim Twingo Electric. Zudem können diese Schnellladungen, die oft minutengenau abgerechnet werden, kostspielig sein. Im öffentlichen Raum sind AC-Ladestationen zu bevorzugen, die übrigens den größten Teil der Infrastruktur ausmachen. Sie sind für den alltäglichen Gebrauch gedacht. Wenn Sie an diesen Stationen eine Ladung mit geringerer Leistung wählen, sichern Sie die Langlebigkeit der Lithium-Ionen-Batterie und schonen gleichzeitig Ihren Geldbeutel.

Wie wechselt man die Batterie eines Elektroautos aus?

Was die Wartung eines Elektrofahrzeugs angeht, darf man eine Lithium-Ionen-Batterie nicht mit einer Batterie für ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor verwechseln, die man im Laden kaufen und leicht selbst einbauen kann. Der Batterieblock eines Elektroautos ist imposant, schwer, schwer zugänglich und nicht leicht zu transportieren. Er speichert in seinen Zellen eine große Menge an Strom, was den Umgang damit ohne geeignete Ausrüstung und Werkzeuge gefährlich macht. Sein Austausch – der kein routinemäßiger Wartungsvorgang ist – erfordert zwingend den Einsatz eines zugelassenen Mechanikers in einer Werkstatt.

Das zweite Leben von Batterien

Am Ende ihrer „automobilen“ Lebensdauer ist die Lithium-Ionen-Batterie bereit für ein zweites Leben. Denn ihre Leistungsfähigkeit eignet sich für zahlreiche Anwendungsbereiche, wie beispielsweise die stationäre Energiespeicherung. Im Rahmen einer immer ehrgeizigerenKreislaufwirtschaft verwandelt Renault den Standort Flins in seine „Re-Factory“, die erste europäische Kreislaufwirtschaftsfabrik im Bereich Mobilität. Der Hersteller führt zudem sehr erfolgreiche Versuche auf Belle-Île-en-Mer oder Porto Santo durch. Diese Inseln, die ursprünglich von fossilen Brennstoffen abhängig waren, verwandeln sich nach und nach in echte Smart Islands. Dort finden groß angelegte Tests zur Speicherung in Batterien von Elektrofahrzeugen und zur lokalen Verteilung von Ökostrom aus lokalen erneuerbaren Energiequellen statt.

Andere Programme, wie beispielsweise „Advanced Battery Storage“, nutzen Batterien aus Elektrofahrzeugen, um das Stromnetz in Echtzeit auszugleichen und so möglichst viel CO₂-armen Strom zu integrieren. Eine weitere Initiative an der Seine in Paris: Auf den Ausflugsbooten der Paris Yacht Marina kommen nun wiederaufbereitete Batterien zum Einsatz .

Das Recycling von Batterien

Nachdem geprüft wurde, ob die Batterie repariert oder für andere Zwecke wiederverwendet werden kann, finanziert und organisiert die Renault Group deren Recycling durch zugelassene Partner. Das Recycling von Elektroautobatterien unterliegt besonders strengen Vorschriften und muss zahlreiche Anforderungen erfüllen. Im Gegensatz zu Batterien, die in anderen Gerätetypen verwendet werden, werden alle Batterien aus Elektrofahrzeugen gesammelt: Dies gewährleistet eine rekordverdächtige Recyclingeffizienz. Dadurch können insbesondere Edelmetalle wie Nickel oder Kobalt für eine spätere Wiederverwendung zurückgewonnen werden.

Wie sieht die Zukunft der Batterien für Elektroautos aus?

Wird die Zukunft im Zeichen der „Festkörperbatterien“ stehen? Sie unterscheiden sich von Lithium-Ionen-Batterien durch feste statt flüssige Elektrolyte und verleihen Elektrofahrzeugen eine höhere Energiespeicherkapazität. Doch das ist nicht die einzige Lösung. Renault setzt auf Vielfalt und die Komplementarität verschiedener Technologien … Dies gilt beispielsweise für die Brennstoffzelle in Wasserstoffautos!

Auch bei den aktuellen Batterien werden kontinuierlich Verbesserungen vorgenommen. Renault arbeitet seit vielen Jahren an der Optimierung der Architektur und der Chemie der Batterien, um die Energiedichte zu erhöhen und so mehr Energie bei gleichem Platzbedarf zu speichern, wie beispielsweise beim ZOE. Hinzu kommen Innovationen, die darauf abzielen, den Einfluss äußerer Faktoren auf die Lebensdauer zu verringern, wie beispielsweise das Wasserkühlsystem der Batterie im Twingo Electric. Wenn man dann noch ein zweites Leben außerhalb des Fahrzeugs hinzufügt, in dem grüner Strom aus intermittierenden erneuerbaren Quellen gespeichert wird, fügt sich die Batterie mit ihrer Langlebigkeit in einen echten Kreislaufwirtschaftsansatz ein.

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