„Den neuen ZOE neu erfinden: eine weitere Herausforderung gemeistert!“

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Elisabeth Delval, Leiterin des ZOE-Programms, wurde am 24. September 2019 von der Zeitschrift „L’Usine Nouvelle“ als „Industriefrau des Jahres“ ausgezeichnet. Die renommierte französische Wochenzeitschrift, die sich mit Wirtschaft und Technologien in der Industrie befasst, würdigt damit ihren außergewöhnlichen Werdegang. Elisabeth Delval, die direkt nach Abschluss ihres Ingenieurstudiums bei Renault einstieg, interessierte sich schon sehr früh für saubere Technologien und Innovationen. Werfen wir einen Blick auf die Höhepunkte ihrer Karriere.

von der Renault Group

Sie haben gerade die Auszeichnung „Frau des Jahres“ erhalten – herzlichen Glückwunsch! Wie fühlen Sie sich gerade?

Elisabeth Delval. Ich freue mich natürlich sehr, muss aber zugeben, dass ich etwas überrascht war, denn ich habe meine Bewerbung vor einigen Monaten eingereicht, ohne mir groß Gedanken darüber zu machen – ganz spontan, so wie ich es tagtäglich bei meiner Arbeit tue. Diese Auszeichnung berührt mich sehr, aber ich bin nicht die Einzige, die einen solchen Preis verdient: Es gibt viele Frauen – und Männer! –, die sich bei Renault sehr engagieren.

Was hat Sie nach Abschluss Ihres Studiums dazu bewogen, in die Automobilbranche einzusteigen?

E D. Das ergab sich ganz von selbst. Mein Vater war ein begeisterter Automechaniker, und ich bin während meiner ganzen Kindheit damit aufgewachsen. Ich erinnere mich, dass ich schon ziemlich jung meinen ersten Motor auseinandergenommen habe! Am Ende meines Ingenieurstudiums bestätigte sich dieses Interesse bei meinen Vorstellungsgesprächen, und ich kam zu Renault.

Welche Höhepunkte haben Sie im Laufe Ihrer Karriere in der Unternehmensgruppe besonders geprägt?

E.D. Als weibliche Führungskraft möchte ich meine erste Führungserfahrung im Ingenieurwesen schildern, und zwar in der Abteilung für Fahrzeugprojektentwicklung, wo ich für die Serienfertigung der Sitze zuständig war. Mit 26 Jahren stand ich plötzlich an der Spitze eines Teams von zehn Mitarbeitern – allesamt Männer im Alter von 40 bis 50 Jahren, die bereits auf eine zwanzigjährige Karriere zurückblicken konnten. Erst in diesem Moment wurde mir wirklich bewusst, dass ich eine Frau in einer Männerwelt war! Ich musste mich erst einmal beweisen und ihnen zeigen, dass ich ihnen methodisches Know-how vermitteln und ihnen in komplexen Situationen helfen konnte – und dass sie mir im Gegenzug ihr Handwerk beibringen konnten. Das Blatt wendete sich, als das Team sah, dass es mir gelang, bei schwierigen Verhandlungen mit den Lieferanten die Oberhand zu gewinnen und Ergebnisse zu erzielen.

Noch eine Anekdote?

E.D. Auch meine nächste Position war eine große Herausforderung. Anfang der 2000er Jahre, mitten in der Internationalisierungsphase des Konzerns, arbeitete ich an der Strategie zur Lokalisierung der Teile – immer noch in der Zentrale – in Ländern wie Brasilien, Kolumbien oder der Türkei. Das Ziel war es, die Produktion dieser Teile vor Ort durch lokale Zulieferer sicherzustellen und sie nicht mehr aus Europa liefern zu lassen. Das erscheint heute selbstverständlich, war es aber vor zwanzig Jahren nicht unbedingt. Es galt, die wirtschaftlichen und sogar ökologischen Vorteile eines Ansatzes zu verdeutlichen und zu demonstrieren, der sich heute allgemein durchgesetzt hat.

Als ich kürzlich bei den Pressetests hörte, dass der neue ZOE wirklich ein völlig neues Auto sei, dachte ich mir: Das ist ein voller Erfolg!
Elisabeth Delval, stellvertretende Programmleiterin ZOE

Was motiviert und inspiriert Sie im Alltag?

E.D. Zunächst einmal die Teamarbeit. Das steht außer Frage. Die Tatsache, dass wir alle auf ein Ziel hinarbeiten und trotz etwaiger Schwierigkeiten zusammenhalten. Dann die Tatsache, dass mehrere Teams aus unterschiedlichen Fachbereichen wie Fahrzeug- und Maschinenbau, Design, Fertigung, Marketing usw. zusammengebracht werden. Das ist ein spannender Aspekt meiner täglichen Arbeit als Leiter des ZOE-Programms. Schließlich sorgt die Berücksichtigung aller Aspekte einer Fahrzeugmarkteinführung wie der des neuen ZOE heute – das Wettbewerbsumfeld, die wirtschaftlichen Herausforderungen, die Qualitätsanforderungen, die Absatzaussichten … – für zusätzlichen Reiz.

Ein Wort zu ZOE, die Sie in den letzten vier Jahren miterlebt haben?

E.D. Als ich 2015 zum ZOE-Programm kam, war es mein Ziel, dem 2012 eingeführten Fahrzeug neuen Schwung zu verleihen und seinen Lebenszyklus zu beleben. Es gab limitierte Serien, die Einführung der zweiten Generation im Jahr 2016 mit einer neuen Batterie und die Verdopplung der Reichweite. Innerhalb weniger Jahre ist es uns gelungen, den ZOE als Marktführer im Bereich der Elektrofahrzeuge in Europa zu etablieren. Heute bringen wir die dritte Generation auf den Markt, die noch leistungsstärker ist und bei Reichweite sowie Qualität weiter zugelegt hat. Als ich kürzlich bei den Pressetests hörte, dass der neue ZOE wirklich ein völlig neues Auto sei, dachte ich mir: Das Wagnis hat sich gelohnt!

Was würden Sie jungen Frauen sagen, die zögern, sich für eine Karriere in der Industrie zu entscheiden?

E.D. Gerade nicht zu zögern, Welten zu entdecken, denen sie sich auf den ersten Blick nicht zuwenden würden. Als Frauen in der Industrie haben wir die Aufgabe, Karrieremöglichkeiten in technischen Bereichen ins Rampenlicht zu rücken. Außerdem hat mir meine Erfahrung im Laufe meines Berufslebens gezeigt, dass man gerade dann Fortschritte macht, wenn man sich aus der Komfortzone herauswagt – und das ist sehr anregend!

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