„Eine Partnerschaft mit der Feuerwehr für die Sicherheit von Elektrofahrzeugen“
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Die Sicherheit ihrer Elektrofahrzeuge hat für den Renault Group höchste Priorität. Claire Petit-Boulanger, Expertin für tertiäre Sicherheit beim französischen Automobilhersteller, und Oberstleutnant Christophe Lenglos, Feuerwehrmann beim Departementsfeuerwehr- und Rettungsdienst (SDIS) der Yvelines in der Nähe von Paris, arbeiten seit zwei Jahren eng zusammen, um dieses Thema voranzutreiben. Eine einzigartige Partnerschaft, über die uns die beiden Beteiligten berichten.
Wie ist diese Partnerschaft entstanden und wie sieht sie konkret aus?
Claire Petit-Boulanger: Die Renault Group arbeitet seit vielen Jahren mit den Rettungsdiensten zusammen, um deren Bedürfnisse zu kennen und ihnen möglichst viele Informationen über unsere Fahrzeuge zur Verfügung zu stellen. Seit Beginn des Abenteuers mit Elektrofahrzeugen – bei Renault sind das bereits fast 10 Jahre – wollten wir diese Zusammenarbeit verstärken, um bei der Sicherheit all unserer Fahrzeuge eine Vorreiterrolle einzunehmen.
Christophe Lenglos: Ich bin der erste Feuerwehrmann, der offiziell zu einem Automobilhersteller abgeordnet wurde. Dank meiner täglichen Anwesenheit im Entwicklungs- und Designzentrum von Renault bin ich bereits in den Entwurfsphasen der Fahrzeuge involviert. Das Ziel ist natürlich, sichere Fahrzeuge auf den Markt zu bringen, aber auch, dass diese Fahrzeuge so optimiert sind, dass sie im Falle eines Unfalls den Einsatz der Rettungskräfte erleichtern. Gleichzeitig gebe ich das bei den Renault-Ingenieuren erworbene Know-how an meine Feuerwehrkollegen in Frankreich und im Ausland weiter.
Zu welchen Innovationen hat diese Partnerschaft geführt?
CPB: Zahlreiche Innovationen machen Renault zum Vorreiter in Sachen Sicherheit bei Elektrofahrzeugen!
Zunächst einmal ist zu betonen, dass unabhängig von der Zusammenarbeit mit der Feuerwehr jedes unserer Elektrofahrzeuge mit einem Überwachungssystem, dem „Battery Management System“, ausgestattet ist. Diese Technologie verhindert jeglichen Temperaturanstieg und reduziert das Risiko eines Brandes im Inneren der Batterie vollständig. Die Sicherheitsstandards dieses Systems sind in der Tat besonders hoch.
Ergänzend dazu haben wir gemeinsam mit der Feuerwehr eine äußerst wirksame Lösung entwickelt, damit die Rettungskräfte einen durch ein externes Feuer ausgelösten Batteriebrand schnell und endgültig löschen können: den „Fireman Access “. Renault ist derzeit der einzige Hersteller, der diese Lösung anbietet. Alle unsere Elektrofahrzeuge sind mit zwei einander gegenüberliegenden, wärmeempfindlichen Bauteilen ausgestattet, eines auf der Fahrgestellseite und eines auf der Batterieseite. Im Brandfall schmelzen diese Bauteile und bilden eine Öffnung, die der Feuerwehr einen direkten Zugang zur Batterie mit dem Löschstrahl ermöglicht. Die Batterie wird dann in weniger als einer Minute mit Wasser geflutet.
CL: Im Gegensatz zu den Elektrofahrzeugen von Renault – die mit einem „Battery Management System“ ausgestattet sind, das eine Selbstentzündung verhindert, sowie über einen „Fireman Access“ verfügen, der im Brandfall nützlich ist – kann das Löschen eines Brandes bei einem anderen Modell viele Stunden dauern und zur Sperrung der Fahrbahn führen…
Im Gegensatz zu den Elektrofahrzeugen von Renault – die mit einem „Battery Management System“ ausgestattet sind, das eine Selbstentzündung verhindert, sowie über einen „Fireman Access“ verfügen, der im Brandfall nützlich ist – kann das Löschen eines anderen Modells stundenlange Einsatzzeiten erfordern.
Christophe Lenglos, Feuerwehrmann beim Departementsfeuerwehr- und Rettungsdienst der Yvelines
Welche weiteren Maßnahmen werden ergriffen, um den Einsatz der Rettungskräfte zu erleichtern?
CL: Vergessen wir nicht den „Service Plug“! Dabei handelt es sich um ein Trennsystem, mit dem die Feuerwehr nach einem heftigen Aufprall die Batterie elektrisch isolieren kann, um mit unseren Rettungsgeräten sicher eingreifen zu können. Bei allen Elektrofahrzeugen von Renault ist er sinnvoll platziert: Wir können leicht darauf zugreifen, ohne die Lage potenziell Verletzter zu verändern.
CPB: Und für alle unsere Fahrzeuge, egal ob elektrisch oder nicht, erstellen wir Entscheidungshilfen, die es der Feuerwehr ermöglichen, sich im Einsatz – insbesondere bei schwierigen Manövern – schnell einen Überblick über alle Fahrzeugmerkmale zu verschaffen.
Die Feuerwehrleute können über eine spezielle App direkt am Unfallort auf diese Merkblätter zugreifen. Renault hat übrigens gemeinsam mit der Feuerwehr an der Entwicklung dieser App mit dem Namen „Rescue Code“ mitgewirkt.
CL: Um den Rettungskräften noch mehr Zeit zu sparen, ist bei Renault ein digitaler „Rescue Code“-Aufkleber erhältlich, der an der Windschutzscheibe und der Heckscheibe angebracht wird. Wenn er von der Feuerwehr gescannt wird, ermöglicht er sofortigen Zugriff auf die Fahrzeugdaten des betreffenden Fahrzeugs. Bei einem Elektroauto enthält diese Dokumentation Angaben zum Standort der Batterie, zum „Service Plug“ sowie zum Verlauf der Stromkabel.
Diese Innovationen sind Gegenstand einer speziellen Konstruktionsrichtlinie für Renault-Elektrofahrzeuge. Worum geht es dabei?
CPB: Wir haben technische Richtlinien für die Konstruktion von Elektrofahrzeugen im Rahmen einer Großserienfertigung erarbeitet, die über die geltenden Normen für die tertiäre Sicherheit hinausgehen. Jedes Renault-Konstruktionsprogramm ist verpflichtet, diese anzuwenden.
CL: Diese technischen Vorschriften und technologischen Innovationen zeigen, dass Renault die Sicherheitsanforderungen in die Konstruktion seiner Elektrofahrzeuge integriert, um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten.
Und sie ebnen den Weg! So muss beispielsweise ab 2020 auf Initiative der Organisation EuroNCAP jedes neue Modell mit einem Entscheidungsblatt im ISO-Format ausgestattet sein, analog zu den von Renault in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr eingeführten Blättern.
CPB: Ergänzend zu all diesen bemerkenswerten Ergebnissen trägt die enge Partnerschaft zwischen Renault und der Feuerwehr Tag für Tag zur Ausbildung der Einsatzkräfte bei – durch regelmäßigen Austausch, der es insbesondere ermöglicht, sie über alle Neuerungen auf dem Laufenden zu halten, die für sie von Bedeutung sein könnten.