Nun ist es offiziell: Station Flins ist ins Leben gerufen worden. Willkommen im Innovationszentrum für regenerative Wirtschaft der RE-FACTORY, wo die Renault Group und ihre Partner gemeinsam eine nachhaltigere Mobilität konzipieren und entwickeln werden.
VON DER RENAULT GROUP
Es ist 8:30 Uhr, alssichdie rund 150 Partner – Start-ups,Industrieunternehmen,Forscher, Ausbilder–am Donnerstag, dem 4. März,zuroffiziellen Eröffnung derStation Flinsversammeln.Auchwennviele vonihnenaufgrund der aktuellen Gesundheitslage nuraus der Ferne zugeschaltetsind,werdensie dochmitten inderRE–FACTORYgemeinsaminnovative Lösungen rund um die Kreislaufwirtschaftentwickeln. Durchdie Bündelungder Ressourcen, Technologien und des Fachwissens aller Beteiligtenwerden die Partnerbereits in diesem Jahranzahlreichen ProjektenderRE–FACTORYarbeiten:derNachrüstungvon Fahrzeugen, dem Recycling vonBauteilen, Materialien undElektrobatteriensowie der Ausbildung für die Berufe der Mobilität von morgen.Erläuterungendazu gibtHind Arbaoui,Leiterin Open Innovation bei der Renault Group.
Was verbirgt sich hinter dem Konzept der „Station Flins“?
„Es istein Ort,an dem Partner, die sich für die Gestaltungder Mobilität von morgen engagieren,Ressourcen undFachwissen austauschen. Eine umweltfreundlichere und nachhaltigere Mobilität. Um dies richtig zu verstehen, muss man Station Flinsim Kontext derRE-FACTORYbetrachten . Kurz gesagt handelt es sich um den ersten europäischen Standort für Kreislaufwirtschaft mit dem Ziel, bis 2030 CO₂-negativ zu sein.Als wirim vergangenen Jahr an der Ausarbeitungihres Geschäftsmodells arbeiteten, war für uns klar, dass der Schlüssel zum Erfolg eines solchen Projektsinder Schaffung eines Ökosystems der offenen Innovation liegt. Und in der Gewährleistung einer schnellen Umsetzung.“
Im Rahmen des Projekts RE-FACTORY Flins haben wir uns mit Movin’On Labzusammengetan , einem „Think-and-Do-Tank“ , der mehr als 300 Akteure aus dem Mobilitätsbereichvereint . Daher erschien es uns naheliegend, sie in das Abenteuer „Station Flins“mit einzubeziehen . "
In welchen Bereichen werden Sie mit den Partnern zusammenarbeiten?
„Wir haben mehrere davon identifiziert, die das Herzstück des Geschäftsmodells von RE-FACTORY bildenund in den vier GeschäftsbereichenRE-CYCLE,RE-NERGY, RE-TROFIT und RE-STARTvertreten sind.“
Ab dem 4. März und der Eröffnung von „Station Flins“ beginnen wir, ganz konkret an einer Auswahl von Themen zu arbeiten, die sich auf jeden dieser Schwerpunkte beziehen.
Bei RE-TROFIT beispielsweise werden wir untersuchen, wie wir gemeinsam ein wettbewerbsfähiges technisch-wirtschaftliches Angebot für die Umrüstung auf Elektroantrieb für den Endverbrauchermarkt entwickeln können.
WasRE-NERGYbetrifft, werden wir uns mit Fragen rund um das zweite Leben von Batterien befassen, zum Beispiel: Welche neuen Verwendungszwecke können wir entwickeln? Welche sind am sinnvollsten und welche am rentabelsten?
Für RE-CYCLEwerden wir gemeinsam einen Marktplatzkonzipieren, eine Sammelstelle für zu recycelnde Teile. Und innerhalb dieses Marktplatzes müssen wir uns überlegen, wie wir den Zulauf optimieren können– also die Sammlung von Fahrzeugen, Altfahrzeugen und Abfällen maximieren – und den Abfluss: Wir müssen Absatzmärkte für jedes einzelne Teil oder Material identifizieren.Wir führen derzeitGespräche mit einem Start-up – Inex –, daseinen Marktplatz eingerichtet hat und sich als das „Tinder für Abfall“ präsentiert . Sie haben einen schönen Slogan: „Der Abfall der einen ist die Ressource deranderen.“ Und genau das ist es, was wir letztendlich erreichen wollen.
Was für die einen Abfall ist, ist für die anderen eine Ressource
„Was den Bereich RE-STARTbetrifft, haben wir uns bewusst dafür entschieden, den Schwerpunkt auf den Bereich der Ausbildung zu legen.Dahinter steht der Gedanke, dass wir bei diesem Umschulungsprojekt nicht nur Schulungen für die derzeitigen Berufeanbieten, sondern auch Ausbildung sprogramme für die neuen Berufe der regenerativen und solidarischen Mobilitätswirtschaftentwickelnmüssen.“
Was wird die Besonderheit von „Station Flins“ ausmachen?
„Heute gibt es mehr als 300Inkubatoren und Acceleratoren. Es ist also in der Tat wichtig , sich die Frage nach den Wettbewerbsvorteilen von Station Flinszu stellen .“
Erstensbefindet es sich im Zentrum derRE-FACTORY, alsoim Herzen einer industriellen Anlage ,in der „invivo“gearbeitet wird . Wir werdengemeinsam nach Mehrwert suchen können , und vor allem werden wir kontinuierlich nach dem „Test & Learn“-Prinzip vorgehen. Wir werden zum Beispiel eine Werkstatt einrichten – mit 3D-Technik – sowie halbindustrielleProduktionsinseln… Wir werden an den Fertigungslinienstehen, um neue Produkte zu industrialisieren…Das heißt konkret, dasswir gemeinsam die Technologien und Prozesse im Zusammenhang mit den neuen Berufsfelderntesten werden . Die Tatsache, dasswir uns in einer Fabrikbefinden,versetzt uns sofort in die Praxis. Mit diesem Inkubator bieten wir somit ein„ einzigartiges Paket“ an, bei dem man konkret in Projekte eintaucht, die echte Anwendungen in der Praxis haben werden. Denn auch wenn wir träumen müssen, wollen wirvor allem handeln.
Eine weitere Stärke von Station Flins besteht darin, dass es sich im Bereich der„blauen Ozeane“positioniert(in Anlehnung an die „Blue-Ocean-Strategie“). Während die Automobilindustrie ein typischer „roter Ozean“ ist, in dem es angesichtsdes intensiven Wettbewerbs immer schwieriger wird, sich zu behaupten, ist die RE-FACTORY ein perfektes Beispiel für die Suche nach „blauen Ozeanen“, in denen noch alles neu geschaffen werden kann.
Mit „Station Flins“ können wir die Technologien in vivo testen
Und schließlich der dritte Wettbewerbsvorteil: dervon Station Flinspropagierte „Multi-Corporate“-Charakter. Die Renault Group hatdas Inkubator-Projekt zwar initiiert , doch sobald es angelaufen ist, wird eszu einem Akteur wie jeder andere. Wenn wir etwas verändern wollen, wenn wir das Rad entscheidend drehen wollen, um den Übergang zu einer neuen Wirtschaftsform zu vollziehen, muss die Antwort systemisch und umfassend sein. Und um dies zu erreichen, brauchen wir ein starkes Kollektiv, in dem jeder seinen Beitrag leistet. Gemeinsam werden wir neue Branchen und neue Wertschöpfungskettenerschließen, und jeder muss seinen Platz im Prozess dergemeinsamen Innovationfinden.“
„Als Partner unterstützen wir die Renault Group bei der gemeinsamen Konzeption des Inkubators. Wir haben dabei eine doppelte Rolle. Einerseits tragen wir zum Aufbau des Ökosystems dieses ‚dritten Ortes‘ in Flins bei, indem wir unser Fachwissen in den Bereichen Unternehmertum, Förderung junger studentischer Unternehmer, Start-ups und Forscher einbringen. So haben wir beispielsweise Studierende der École des Mines bei der Gründungvon „Yespark“ begleitet, einem Start-up, das sich auf die Vermietung von Parkplätzen spezialisiert hat.
Zum anderen werden wir das Projekt durch Forschung unterstützen. Die Universität PSL vereint Teams und Forscher von außergewöhnlicher Qualität, wie beispielsweise Jean-Marie Tarascon, Professor am Collège de France und Spezialist für Festkörperchemie und Elektrochemie, insbesondere für die Erforschung neuer Batterietechnologien.
Schließlich engagieren wir uns, ebenso wie die Renault Group, sehr für Fragen einer nachhaltigen Welt – ein Anliegen, das von unseren Forschern und Studierenden gleichermaßen geteilt wird.“
„Wir sind sehr stolz darauf, dem Inkubator Station Flins beizutreten und ganz allgemein an dieser großartigen Initiative mitzuwirken, die die Renault Group im Bereich der Kreislaufwirtschaft ins Leben gerufen hat. Bei Betteries ist es unsere Aufgabe, Batterien von Elektrofahrzeugen wiederaufzubereiten, um ihnen ein zweites Leben von 3 bis 10 Jahren zu ermöglichen. Wir entwickeln Energiespeichersysteme, die mobil, modular und vielseitig einsetzbar sind. Wir konzentrieren uns insbesondere auf Entwicklungsländer, die einen dringenden Bedarf an sauberem, zuverlässigem und erschwinglichem Strom haben. Unser Hauptziel ist es, den Klimawandel zu bekämpfen, indem wir ab 2030 CO₂-Emissionen in Höhe von einer Million Tonnen pro Jahr vermeiden.
Die „Second-Life“-Speichersysteme sind ein Glied in der Wertschöpfungskette rund um Batterien – von ihrer Konzeption über ihre Aufarbeitung bis hin zu ihrem Recycling. Unser Ziel ist es, die Nutzungsdauer der Batterien so weit wie möglich zu verlängern und ihr Recycling am Ende ihres zweiten Lebenszyklus sicherzustellen. Letztendlich teilen wir dieselbe Philosophie wie die Renault Group und stehen voll und ganz hinter dem, was der Konzern mit Refactory erreichen will. Wir sind entschlossen, neue Ideen, Innovation und Dynamik in diesen Bereich einzubringen, und es steht außer Frage, dass Renault uns bei der Beschleunigung unseres Wachstums bestmöglich unterstützen wird.“
„Das Projekt der Renault Group steht voll und ganz im Einklang mit den Werten und dem Engagement von Valeo in den Bereichen nachhaltige Entwicklung und CO₂-Neutralität. Diese Initiative, ein französisches Ökosystem rund um die Kreislauf- und regenerative Wirtschaft zu schaffen, ist sowohl innovativ als auch wegweisend. Es erschien uns daher selbstverständlich, dem Aufruf der Renault Group positiv zu folgen und unsere Kräfte zu bündeln, um diese immense Herausforderung zu meistern.
Wir glauben an offene Innovation und kollektive Intelligenz. Daher werden unsere Teams ihre ganze Energie darauf verwenden, gemeinsam an Projekten zur Verlängerung der Produktlebensdauer, zum Recycling von Materialien und zur Schulung im Bereich Ökodesign zu arbeiten. Wir werden gemeinsam neue Geschäftsmodelle entwickeln, die den Bedürfnissen des Marktes und der Gesellschaft entsprechen.
Die Automobilbranche steht vor einer immensen Herausforderung, um CO₂-Neutralität zu erreichen. Unsere jeweilige Rolle als führende Unternehmen unserer Branche besteht darin, unser gesamtes Ökosystem weiterzuentwickeln.“
„Mit MOVIN’ON wollen wir unsere Erfahrung im Bereich der Ökosystem-Innovation einbringen. Die regenerative Wirtschaft, wie sie das Projekt Station Flins verkörpert, stützt sich ihrem Wesen nach auf kollektive Intelligenz und gemeinsame Innovation. Und das Besondere an der ‚Ökosystem-Innovation‘ ist, dass sie weit über das ‚erweiterte Unternehmen‘ hinausgeht. Tatsächlich werden wir bei Station Flins an neuen Themen arbeiten, gemeinsam mit Menschen, mit denen wir normalerweise nicht zusammenarbeiten und die auf den ersten Blick sehr unterschiedliche Innovationskulturen und -methoden haben. Es handelt sich also um genau die Art von Projekt, bei dem MOVIN’ON sein Fachwissen und seine Erfahrung einbringen kann. Unser Ziel ist es insbesondere, diese Vielfalt zu nutzen, indem wir auf die Einzigartigkeit jedes Einzelnen setzen und gleichzeitig Überschneidungen in den einzelnen Interessengruppen vermeiden.
Heute verfolgen wir eher den Ansatz eines „DO Tank“ als den eines „Think Tank“. Wir wollen zu umsetzbaren Lösungen für Flins, für die Renault Group und für die Akteure des gesamten Ökosystems gelangen. Und „Station Flins“ bietet uns einen Ort, an dem wir Prototypen entwickeln, experimentieren und konkrete Kooperationen aufbauen können – und das mitten im Herzen einer industriellen Umgebung.“