Sim Racer – ein Rennfahrer wie jeder andere?

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E-Sport, oder „elektronischer Sport“, ist ein echtes gesellschaftliches Phänomen, und auch das Sim-Racing, seine auf Autorennsimulationen spezialisierte Variante, befindet sich in voller Entwicklung. Alpine engagiert sich aktiv in dieser Disziplin, die bei weitem nicht so virtuell ist, wie sie scheint. Richard Arnaud, Teamchef des Alpine Esports Teams, gibt Einblicke in die Vorbereitung der Fahrer des Teams, die der von echten Rennfahrern in Formelserien wie der Formel 1 sehr ähnlich ist.

VON DER RENAULT GROUP

Manche Klischees halten sich hartnäckig, und das vom „Gamer“, der sein Leben in seinem Zimmer vor dem Computer oder der Konsole verbringt, vollgestopft mit Chips und Limo, gehört dazu. Doch die Realität sieht ganz anders aus, zumindest für die professionellen oder semiprofessionellen E-Sport-Spieler, die an Videospiel-Meisterschaften teilnehmen. Unter ihnen sind die sogenannten „Sim-Racer“, also die Fahrer von Rennsimulationen, zweifellos diejenigen, die den höchsten Anforderungen ausgesetzt sind. Denn auch wenn die Rennstrecken, auf denen sie fahren, zwar virtuell sind, ist die Vorbereitung, der diese Sportler einer neuen Art unterzogen werden, sehr real! Man muss nur einmal einem Trainingstag der Fahrer desAlpine Esports Teams beiwohnen, um sich davon zu überzeugen.

Sim-Racing erfordert eine Vorbereitung, die der von Formel-1-Fahrern sehr ähnlich ist

Richard Arnaud

Teamchef des Alpine Esports Teams

Die Elite des Sim-Racings

Auch wenn sie nicht ganz so weit gehen wie Esteban Ocon und Fernando Alonso vom Alpine F1 Team, die sich fast täglich einem sehr intensiven körperlichen Training unterziehen, dürfen die Mitglieder des Alpine Esports Teams bei ihrer Vorbereitung auf die Wettkämpfe keinen Aspekt vernachlässigen.

„Natürlich sind Sim-Racer nicht denselben G-Kräften ausgesetzt, die auf den Nacken von Formel-1-Fahrern wirken“, räumt Richard Arnaud gleich zu Beginn ein. „Allerdings ist das Maß an Konzentration, das bei einem offiziellen Weltmeisterschaftsrennen gefordert wird, genauso stressig und anspruchsvoll wie im echten Rennwagen.“

Aus diesem Grund hat Alpine in Zusammenarbeit mit Race Clutch eine umfassende Struktur aufgebaut, um seine Sim-Racer bestmöglich auf die Saison 2021 vorzubereiten, die am 13. und 14. Oktober mit dem ersten Lauf der F1 Esports Series Pro-Championship offiziell beginnt. Dieser Wettbewerb, der direkt vom Veranstalter der Formel-1-Weltmeisterschaft organisiert wird, gilt als Schwergewicht in der Welt des Sim-Racings. Er basiert natürlich auf dem offiziellen Formel-1-Spiel: F1 2021, das sich wie sein Vorgänger weltweit voraussichtlich mehrere Millionen Mal verkaufen wird. „Das Spiel wurde im vergangenen Juli vorgestellt“, erklärt Richard Arnaud. „Deshalb haben wir unsere drei Fahrer bereits im Juni in Limoges in unseren Räumlichkeiten versammelt, um mit ihrer Vorbereitung zu beginnen. “ Der Chilene Fabrizio Donoso (21), der Franzose Nicolas Longuet (19) und der Ungar Patrick Sipos (18) wohnen nun gemeinsam in einem Haus und begeben sich täglich in die Räumlichkeiten von Alpine Esports, um ein Trainingsprogramm zu absolvieren, das einem Formel-1-Fahrer würdig ist. „Übrigens nutzen wir die Erfahrungen des Alpine F1 Teams, um unsere Trainings- und Vorbereitungsprotokolle zu entwickeln“, erklärt Richard Arnaud.

Mehr als 300 Stunden auf dem Zähler!

Natürlich ist ein Teil dieser Vorbereitung der Optimierung des Autos gewidmet. „In der virtuellen Welt und anders als in der Formel 1 verfügen alle Teams der Weltmeisterschaft über die gleiche Fahrzeugphysik“, erklärt der Leiter des Alpine Esports Teams. „Es liegt an uns, innerhalb des angebotenen Spektrums die Einstellungen zu ermitteln, die für unsere Fahrer am besten geeignet sind. “

Fabrizio Donoso, Nicolas Longuet und Patrick Sipos verbringen täglich mehrere Stunden damit, „F1 2021“ zu spielen. „Seit Juli haben unsere Fahrer bereits mehr als 300 Spielstunden absolviert“, fasst Richard Arnaud zusammen. „Einer unserer Gegner hat zwar noch mehr Spielstunden, aber ich bin der Meinung, dass es ab einem bestimmten Punkt nicht mehr produktiv ist und mir sogar nicht ratsam erscheint.“

Eine umfassende Vorbereitung

Die Vorbereitung der Sim-Racer des Alpine Esports Teams beschränkt sich keineswegs nur auf das Spielen, sondern ist ganzheitlich angelegt:

Wir arbeiten mit Julien Southon zusammen, einem Sportpsychologen, der sich auf neurovisuelle Vorbereitung spezialisiert hat und ein zweigleisiges Trainingsprogramm entwickelt hat, das sich auf die Informationsverarbeitung und die körperliche Koordination konzentriert. Man muss sich nämlich vor Augen halten, dass in der Qualifikation der gesamte Teilnehmerfeld nur durch zwei Zehntel voneinander getrennt ist. Was den körperlichen Aspekt angeht, werden wir – ähnlich wie bei einem Rennfahrer – intensiv am Oberkörper arbeiten, insbesondere an der Beweglichkeit und Stabilität der Handgelenke sowie der Knöchel für die Pedale.

Bis zum offiziellen Saisonstart Mitte Oktober, wenn das erste von vier Rennwochenenden mit jeweils drei Rennen auf dem Programm steht, hatten die drei Fahrer des Alpine Esports Teams bereits Gelegenheit, sich mit der Konkurrenz zu messen:

Im Laufe des Sommers haben unsere Fahrer bereits einige Ligaspiele bestritten – das entspricht im Fußball den Freundschaftsspielen, bestätigt Richard Arnaud. Und zwei davon haben sie gewonnen!

Damit können wir mit klar definierten Zielen in die Saison starten.