Alpine A290: eine maßgeschneiderte Partnerschaft mit Michelin

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Um den verspielten Charakter und die Agilität, für die der A110 bekannt ist, auf das künftige Elektro-Stadtfahrzeug A290 zu übertragen, hat Alpine Cars beschlossen, Michelin exklusiv mit der Entwicklung einer Reifenserie zu beauftragen, die ganz auf das erste Modell seiner „Dream Garage“ zugeschnitten ist. Philippe Mérimée, Leiter der Abteilung Fahrwerksentwicklung bei Alpine, und Frédéric Brigaud, technischer Kundenbetreuer bei Michelin für Alpine, geben uns einen Einblick in den engen Zusammenhalt dieser Partnerschaft.

VON DER RENAULT GROUP

Als einzige Kontaktpunkte zwischen einem Fahrzeug und der Fahrbahn spielen die Reifen eine entscheidende Rolle für das Fahrverhalten eines Autos. Und diese Rolle ist bei einem Sportwagen wie dem A110 sogar noch wichtiger! Für Alpine gab es daher keinen Grund zu zögern, als es darum ging, den zukünftigen A290 vorzubereiten.

Mit ihren Michelin-Reifen hat sich die Alpine A110 in puncto Fahrdynamik als Maßstab in ihrem Segment etabliert. Warum sollten wir uns bei der Reifenwahl für die A290 also anderweitig umsehen?

Philippe Mérimée

Leiter der Abteilung für Fahrwerksentwicklung bei Alpine

Eine historische Partnerschaft, die auf Innovation basiert

Diese Partnerschaft ist umso naheliegender, als sie auf eine lange Tradition zurückgeht, die bis in die 1960er Jahre reicht – eine Zeit, in der sich Michelin voll und ganz der Entwicklung der Radialtechnologie verschrieben hatte, die die Welt der Reifen revolutionierte. Die Möglichkeit, die Formel-3-Rennwagen von Alpine mit einstellbaren Fahrwerken auszustatten, hatte damals dazu beigetragen, die optimalen Einsatzbedingungen für Radialreifen zu definieren und so das Abheben bei hohen Geschwindigkeiten zu vermeiden, das damals für die Ingenieure von Michelin ein Hindernis bei der Entwicklung des Radialreifens darstellte.

Seitdem arbeiten die beiden Marken sowohl im industriellen Bereich als auch im Rennsport kontinuierlich zusammen. Tatsächlich führte Michelin bei den 24 Stunden von Le Mans 1967 in einem Alpine die ersten profilfreien „Slick“-Reifen im Rennsport ein … eine Technik, die sofort von der Formel 1 übernommen wurde! Und ebenfalls dank Alpine und Michelin setzte sich die Radialtechnologie erstmals in der Rallye-Weltmeisterschaft (1973) und bei den 24 Stunden von Le Mans (1978) durch.

Diese Zusammenarbeit, die zum Erfolg des A110 beigetragen hat, fortzusetzen, lag daher auf der Hand. Ebenso hat sich das Prinzip einer exklusiven Partnerschaft zwischen den beiden Marken durchgesetzt. „Das ist sehr wertvoll, denn so können wir bereits in einer sehr frühen Phase eine echte gemeinsame Entwicklung vorantreiben“ , betont Philippe Mérimée, der bei Alpine für das Fahrwerk verantwortlich ist.

Die Reifen für den rein elektrischen Kleinwagen Alpine A290 wurden von Michelin im Rahmen einer exklusiven Partnerschaft entwickelt.

Eine gemeinsam festgelegte Dimensionierung

Beim Übergang von einem Sportwagen mit Verbrennungsmotor wie dem A110 zu einem elektrisch angetriebenen Stadtauto wie dem A290 weist das Lastenheft für Alpine bisher unbekannte Besonderheiten auf. „Wir müssen die Werte der Marke neu interpretieren“, erklärt Philippe Mérimée. „Es ist klar, dass im Bereich der Elektromobilität die Energieeffizienz ein wichtiger Indikator ist, der die Entscheidungen maßgeblich beeinflusst.“

Während die Reifengröße in der Regel vom Fahrzeughersteller dem Reifenhersteller vorgegeben wird, war Michelin im Fall des A290 eng in diese äußerst strategische Entscheidung eingebunden. „Dies ist ein entscheidender Faktor bei der Festlegung der Leistungsziele in Bezug auf Fahrdynamik, Belastbarkeit, Gewicht, Reichweite und Effizienz“, erklärt Frédéric Brigaud, der bei Michelin für Alpine zuständige technische Kundenbetreuer. So werden die zukünftigen Reifen des A290 die Abmessungen 225-40-R19 aufweisen, d. h. eine Laufflächenbreite von 225 mm, ein Seitenwandverhältnis von 40 % und einen Innendurchmesser von 19 Zoll. Diese Reifen werden in zwei Produktreihen angeboten: den Pilot Sport S5, der ausschließlich als Erstausrüstung erhältlich ist und auf Leistung ausgelegt ist, sowie den Pilot Sport EV, der stärker auf Energieeffizienz ausgerichtet ist und einen geringeren Rollwiderstand aufweist.

Michelin war eng an der strategischen Entscheidung bezüglich der Reifengröße des Alpine A290 beteiligt.

Ein Projekt, das bereits 2021 ins Leben gerufen wurde

Während die Partnerschaft zwischen Alpine und Michelin im Hinblick auf den A110 bereits 2012 begonnen hatte, wurde die technische Zusammenarbeit bezüglich des A290 im Jahr 2021 aufgenommen. „Zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch keine physischen Objekte zur Hand, konnten uns aber auf virtuelle Objekte stützen, die es uns ermöglichten, Vorgaben für das Lastenheft festzulegen“, erklärt Frédéric Brigaud.

Anschließend konnten die beiden Unternehmen mit der „echten“ Entwicklung beginnen, und zwar mit einer Reihe von „Joint-Tests“, bei denen Reifenkonfigurationen auf der Rennstrecke an „Mulets“ getestet wurden – das sind noch nicht fertiggestellte Testfahrzeuge, die jedoch bereits das künftige Modell vorwegnehmen. Diese Testphasen dauerten in der Regel eine Woche. Die meisten davon fanden auf der Michelin-Teststrecke in Ladoux in der Nähe von Clermont-Ferrand statt, auf der sich zahlreiche Bedingungen nachstellen lassen, darunter auch eine gleichmäßig nasse Fahrbahn. Der nächste Joint-Test wird Anfang 2024 auf der Indra-Teststrecke in Südspanien stattfinden.

Die aus diesem Entwicklungszyklus gewonnenen Erkenntnisse werden bei der Festlegung der endgültigen Reifenkonfiguration für den A290 von großem Wert sein, denn der Stadtflitzer von Alpine soll bei seiner öffentlichen Enthüllung im Jahr 2024 das Publikum begeistern.

Der Alpine 290β gibt einen Vorgeschmack auf das künftige, zu 100 % elektrisch betriebene Stadtauto Alpine A290, das 2024 vorgestellt wird.