Der Standort Cléon startet seine „industrielle Renaulution“ mit Elektrofahrzeugen
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Für den Standort Cléon schlägt ein neues Kapitel der Geschichte auf: Dort wurden gerade sechs Fertigungslinien für den Elektromotor „ePT-160kW“ eingeweiht, der im neuen Mégane E-TECH Electric zum Einsatz kommt. Und das ist erst der Anfang für diesen Industriestandort, der sich rasch zum führenden Zentrum für die Fertigung von Elektromotoren in Frankreich entwickeln wird. Um diesen tiefgreifenden Wandel zu begleiten, unterstützt die Renault Group mit der E-Mobility Academy nicht nur ihre Mitarbeiter, sondern auch ihre Partner aus der Industrie bei der Umstellung auf die neuen Berufe im Bereich der Elektromobilität.
VON DER RENAULT GROUP
Der Standort Cléon, bekannt für seine Produktion von Verbrennungsmotoren – darunter der berühmte „Cléon-Gussmotor“, von dem vor Ort 15 Millionen Exemplare hergestellt wurden und der über vierzig Jahre lang in mehreren Modellgenerationen zum Einsatz kam –, modernisiert sich und stellt auf Elektroantriebe um. Jose Vicente de los Mozos, Industriedirektor der Renault Group, weihte am 5. Juli 2022 eine neue Montagehalle ein, die aus sechs Linien besteht, die der Bearbeitung und Montage des Motors „ePT-160kW“ gewidmet sind, der den neuen Mégane E-TECH Electric antreibt und später auch andere Modelle wie ein neues Fahrzeug des C-Segments ausstatten wird.
Dieses Ereignis ist ein weiterer Beweis dafür, dass das industrielle Know-how der Renault Group im Bereich der Elektromobilität mit einer Niederlassung in Frankreich vereinbar ist. Das Werk in Cléon wird damit zu einem wichtigen Glied in der Wertschöpfungskette des elektrischen Antriebsstrangs.

Operative Zusammenarbeit mit ElectriCity
Mit der Umstellung auf Elektrofahrzeuge wird sich der Industriestandort Cléon in betrieblicher Hinsicht dem ElectriCity-Cluster annähern. Dieser Cluster, der dazu bestimmt ist, das größte und wettbewerbsfähigste Produktionszentrum für Elektrofahrzeuge in Europa zu werden, umfasst bereits drei Werke in der Region Hauts-de-France: Maubeuge, Ruitz und Douai, wo der neue Mégane E-TECH Electric hergestellt wird und wo später insbesondere der künftige elektrische Renault 5 produziert werden soll.
Diese Integration ist ein weiterer Schritt für die Renault Group im Rahmen ihrer industriellen Strategie, möglichst viele Elemente der Wertschöpfungskette für Elektrofahrzeuge abzudecken – von der Produktion von Motoren und Fahrzeugen bis hin zum Recycling und zur Wiederverwertung durch den auf Kreislaufwirtschaft spezialisierten Standort „Refactory“ in Flins. Auch die Batterien kommen nicht zu kurz, denn bis 2024 wird am Standort Douai eine in Partnerschaft mit AESC entwickelte „Gigafactory“ in Betrieb genommen. Sie wird eine Produktionskapazität von 9 GWh haben und bis 2030 auf bis zu 24 GWh ausgebaut werden.

Ein Standort mit Zukunft
Am Standort Cléon werden nun zwei Familien von elektrischen Antriebssträngen in Serie gefertigt. Dort werden seit 2015 im Rahmen einer Vereinbarung mit Daimler die Motoren für den Renault ZOE, den Kangoo und den Master E-TECH Electric sowie für den Smart EQ Fortwo hergestellt. Auch die Aluminiumgießerei stellt zunehmend auf Elektroantriebe um, um diesen Teil der Motorenfertigung zusätzlich zur Bearbeitung und Montage direkt vor Ort sicherzustellen. Ziel ist es, die Fertigung an einem Standort zu bündeln, was eine Kostenoptimierung ermöglicht und den Transport von Bauteilen reduziert.
Dieser Ausbau steht erst am Anfang, denn bis 2024 wird das Angebot an produzierten Motoren erweitert. Es werden neue Fertigungslinien eingerichtet, um den 100-kW-Motor für den künftigen elektrischen Renault 5 und den in Zusammenarbeit mit Valeo und Valeo Siemens eAutomotive entwickelten 200-kW-Motor der neuen Generation in Serie zu produzieren. Die Produktionskapazität für Elektromotoren wird auf über 1 Million Einheiten pro Jahr steigen.

Gleichzeitig wird Cléon seine derzeitige Produktion von Verbrennungs- und Hybridmotoren sowie Getrieben fortsetzen. Dazu gehören der 2.0 dCi M9-Motor, der künftig ausschließlich für Nutzfahrzeuge bestimmt ist, sowie der Elektromotor des E-TECH-Hybridsystems, der den Antrieb des Fahrzeugs im Elektromodus gewährleistet.
Ein Schulungsinstrument für Berufe im Elektrobereich
Am 23. Juni 2022 gab Cléon bekannt, dass 100 kompetente und motivierte Mitarbeiter eingestellt werden sollen, um die Elektrifizierung des Werks voranzutreiben. Diese Neueinstellungen erfolgen im Rahmen des Plans „Renouveau France 2025“. Die neuen Mitarbeiter werden die Belegschaft des Werks verstärken, die derzeit 3.300 Mitarbeiter umfasst.

Dieser gesamte Wandel erfordert natürlich eine Begleitung der Mitarbeiter hin zu den neuen Berufen im Bereich Elektromobilität, um ihre Beschäftigungsfähigkeit am Standort und innerhalb der Renault Group zu sichern. Dies ist die Aufgabe der ReKnow University, die auf der Hauptversammlung 2022 angekündigt wurde und deren E-Mobility-Zentrum EMA (E-Mobility Academy) in Cléon angesiedelt ist. 2.600 Personen haben diesen innovativen Ausbildungsprozess im Jahr 2021 bereits absolviert, und bis 2025 werden weitere 10.000 Personen an allen Standorten der ReKnow University daran teilnehmen.
An der Entwicklung der Ausbildungsmodule sind Partner aus Industrie und Wissenschaft beteiligt, die ebenfalls davon profitieren können. Die EMA bietet Weiterbildungen für Beschäftigte in Unternehmen, Umschulungen in den Regionen und Erstausbildungen für junge Menschen an. Sie ist eine tragende Säule des vorrangigen Engagements der Renault Group für die Beschäftigungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter, der Beschäftigten der Branche und künftiger Generationen. Damit ist der Erfolg der „industriellen Renaulution“ am Standort Cléon gesichert.



