Als Kunde am Steuer des neuen Renault Austral

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Der neue Renault Austral ist bereits auf der Straße unterwegs. Die Testfahrten nähern sich ihrem Ende. Am Steuer nehmen Testfahrer von Renault – wie Frédéric und Benjamin – unter realen Einsatzbedingungen die letzten Feinabstimmungen vor. Dies ist die Gelegenheit, vor der Vorstellung dieses neuen SUV, der sich als einer der Eckpfeiler für die Rückeroberung des C-Segments durch Renault ankündigt, einen Blick hinter die Kulissen ihres Berufs zu werfen.

VON STEPHANE LAROCHE

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Ein Automobilprojekt wie den „Nouvel Austral“ zu entwickeln bedeutet, gemeinsam an allen Funktionen zu arbeiten, die das zukünftige Fahrzeug bieten soll. Die Liste ist lang und vielfältig, da alle Bereiche betroffen sind: Fahrverhalten, Komfort, Bremsverhalten, Leistung, Verbrauch, Ergonomie, Konnektivität … alles zählt! Das für jede Leistung zu erreichende Niveau wird ausgehend von den Erwartungen und Bedürfnissen der Zielkunden festgelegt. Es berücksichtigt auch das Markenversprechen, das das Produkt verkörpern soll, sowie die Referenzfahrzeuge der Konkurrenz. Zusammenfassend lässt sich sagen: Ein Auto zu entwerfen bedeutet, quantitative und qualitative Ziele für jede Leistung festzulegen und deren Erreichung während der gesamten Entwicklung zu messen. Und natürlich muss das Endergebnis, also das Serienfahrzeug, für den Kunden wie auch für die Marke von Beginn bis zum Ende seiner Vermarktung attraktiv und stimmig sein.

Der neue Renault Austral wird weiter optimiert

Experten fahren den neuen Renault Austral bereits seit vielen Monaten

Lernen wir Frédéric und Benjamin kennen, die für die Bewertung des brandneuen Renault Austral zuständig sind. Frédéric ist Teil der Produktabteilung der Renault Group, einer vorgelagerten Abteilung , die insbesondere die Zielgruppen und die mit jedem neuen Fahrzeug verbundenenLeistungsziele festlegt. Benjamin hingegen arbeitet in der Entwicklungsabteilung der Renault Group, die für die technischen Entscheidungen während der Entwicklung eines Fahrzeugs wie des neuen Renault Austral verantwortlich ist. Zusammen mit seinem Team aus Ingenieuren stellt er sicher, dass alle verbauten Technologien auf dem erwarteten technischen Niveau funktionieren. Benjamin und Frédéric üben zwei unterschiedliche Berufe aus. Doch ihre Aufgabenbereiche überschneiden sich in einem wesentlichen Punkt: der Formulierung einer neutralen und objektiven Stellungnahme. Sie sind es, die „in die Rolle des Kunden schlüpfen“, wenn es darum geht, zu überprüfen, ob alle Leistungsmerkmale des neuen Austral tatsächlich gegeben sind. Die beiden Kollegen erfüllen ihre Aufgabe somit als Duo, das den Austausch und die gegenseitige Ergänzung ihrer Sichtweisen fördert.

Wenn ich mich ans Steuer eines Prototyps setze, versetze ich mich wirklich in die Lage des Kunden. Ich werde zum Kunden…

Frédéric

Fahrzeugbewertungsexperte – Produktmanagement

Dazu liefern wir einen Eindruck, der zwar subjektiv formuliert, in seiner Argumentation jedoch sehr analytisch ist. Wir müssen in der Lage sein, unsere Eindrücke in allen getesteten Bereichen zu erklären und zu untermauern: Fahrverhalten, Federung, Lenkung, Bremsverhalten oder Leistung, um nur die wichtigsten Merkmale zu nennen…

Benjamin

Leiter Fahrzeugkonzeption – Abteilung Technik

In dem Testerteam fungiert Frédéric gewissermaßen als Sprecher für das Leistungsspezifikationsblatt, das für jedes Fahrzeug an die Konstruktionsabteilung weitergeleitet wird und in dem die wesentlichen Erwartungen des Kunden dargelegt sind. Da er nicht direkt in die technische Konzeption der Modelle selbst involviert ist, behält Frédéric den notwendigen Abstand, um den Fortschritt aller Fahrzeugprojekte zu bewerten, für deren Beurteilung er zuständig ist. Er greift nur punktuell und in regelmäßigen Abständen in jedes der Projekte ein, umseine Eindrücke zu analysieren. Eine Analyse, die er im Fall des neuen Austral mit Benjamin und dessen Team teilt. Benjamin hingegen verfolgt und steuert täglich den Fortschritt der technischen Entwicklung des neuen Renault Austral. Zusammen mit seinem Team ist er gewissermaßen der Garant für die ausgewählten technischen Lösungen. Er ist daher direkt und täglich an der Festlegung und Überprüfung der Eignung der für das Fahrzeug gewählten technischen Ausstattung beteiligt. Doch genau wie Frédéric hat auch er die Aufgabe, seine Aufmerksamkeit auf das Endergebnis zu richten, indem er sich in die Nutzungsbedingungen und in die Lage des Endnutzers versetzt.

Der neue Renault Austral ist bereits auf der Straße

Es ist im Projektverlauf häufig und normal, dass unterschiedliche Wahrnehmungen und Empfindungen das Ergebnis und den Erfolg einer bestimmten Leistung beeinflussen. Es kommt auch vor, dass die erfolgreiche Erreichung der festgelegten Ziele technische Schwierigkeiten mit sich bringt oder zu unvorhergesehenen Verzögerungen bei der Umsetzung oder sogar zu zusätzlichen Kosten führt. Nouvel Austral bildete da natürlich keine Ausnahme. Der Vorteileiner Zusammenarbeit im Zweierteam besteht jedochdarin, dass Anpassungen präziser und oft schon früher im Entwicklungsprozessvorgeschlagen werden können. So lassen sich ausgereifte Lösungen finden. Ein einziges Team derselben Organisation, das für solche Bewertungen zuständig wäre, wäre wahrscheinlich weniger effizient und würde Gefahr laufen, weniger anspruchsvolle Kompromisse einzugehen, da es von Anfang an weniger herausgefordert wäre.

„Wir diskutieren viel, das steht fest. Das gehört zum Beruf dazu. Es kann gar nicht anders sein. Aber das Wichtigste ist, dass wir beide die Interessen des Kunden vertreten. Am Ende finden wir immer nicht nur eine gemeinsame Basis, sondern vor allem Lösungen. Das ist natürlich nicht jeden Tag einfach, aber es ist sehr befriedigend…“, erklärt Benjamin.

Eine ständige Herausforderung

Benjamin und Frédéric verfügen beide über eine Ingenieursausbildung, und ihr langjähriger und umfangreicher beruflicher Werdegang ermöglicht es ihnen, bei der Abfassung eines Testberichts über die bloße Wiedergabe eines Eindrucks hinauszugehen. Ihr Urteil stützt sich auf einen soliden technischen Hintergrund sowie auf fundierte Kenntnisse aller Fahrzeuge der Renault Group, aber auch der Konkurrenzmodelle des Nouvel Austral, die sie testen und eingehend untersuchen. Dank ihrer Erfahrung und des im Laufe ihrer Karriere erworbenen Know-hows haben sich die beiden Experten eine unverzichtbare Autorität erarbeitet, um Bewertungen abzugeben, die von der Unternehmensleitung beachtet werden und die technische Arbeit der Ingenieurteams direkt und präzise lenken.

„Wenn das Fahrzeug, das wir testen, nicht auf dem richtigen Kurs ist, haben wir die Befugnis, beim Passieren eines Meilensteins eine ablehnende Stellungnahme abzugeben … Mit anderen Worten: Das Projekt gelangt nicht in die nächste Entwicklungsphase, und die Ingenieurteams müssen ihren Entwurf überarbeiten“, erklärt Frédéric.

In der Praxis wird die Meinung von Benjamin und Frédéric bis in die oberste Führungsebene des Unternehmens herangezogen, wenn es darum geht, kritische Punkte zu melden oder wichtige Entscheidungen zu erörtern, die von der Projektleitung getroffen werden müssen. Diese in jeder Hinsicht anspruchsvolle Aufgabe erfüllen Frédéric und Benjamin mit Begeisterung und Sorgfalt in allen Breitengraden, unter allen Fahrbedingungen und bei jedem Wetter. Sie verbringen übrigens mehr als die Hälfte ihrer Arbeitszeit am Steuer von Prototypen unter realen Bedingungen, sowohl auf normalen als auch auf extremen Straßen. So wecken die „Grand Chaud“-Tests, die in der Regel in Südspanien durchgeführt werden, und die „Grand Froid“-Tests, die in Kiruna, der nördlichsten Stadt Schwedens, für den Nouveau Renault Austral stattfanden, die Leidenschaft für einen Beruf, der manchmal unter schwierigen Bedingungen ausgeübt wird. Auch wenn die Organisation dieser speziellen Testfahrten für sie natürlich kein Geheimnis mehr ist, freuen sich Frédéric und Benjamin dennoch auf diese vertraulichen Einsätze. Apropos Geheimnisse und Vertraulichkeit: Es kommt nicht selten vor, dass neugierige Passanten während ihrer Testfahrten wissen wollen, welches Auto sich hinter der Außen- und Innenverkleidung verbirgt. Es kommt sogar häufig vor, dass unsere Testfahrer von überraschten Amateuren oder Paparazzi auf der Suche nach einer Sensationsmeldung fotografiert werden. Sie amüsieren sich schelmisch darüber, aber, versprochen, sie geben niemals auch nur die geringste Information preis!

Der neue Renault Austral macht sich bald auf, das C-Segment zu erobern

Von den „Mulets“ über die Prototypen bis hin zur Serienproduktion

Die Evaluierung eines zukünftigen Fahrzeugs beginnt etwa 18 Monate vor der Markteinführung, wenn die ersten Testfahrten mit den sogenannten „Mulets“ stattfinden. Ein „Mulet“ ist eine einzigartige Konstruktion, die auf einem bestehenden Fahrzeug basiert, jedoch über ein anderes Fahrwerk, andere Aggregate und Komponenten verfügt. Mit ihren zahlreichen Karosserieabweichungen und auffälligen Unterschieden, die sich in der Regel auf die Spurweiten und den Radstand beziehen, sind diese schwer identifizierbaren rollenden Objekte ziemlich einzigartig. Überraschend getarnt und geschickt zusammengebastelt, sind diese Fahrzeuge, die aus „technischen Kreuzungen“ hervorgegangen sind, wahre Arbeitstiere, die ihrem Namen alle Ehre machen. Später, etwa 12 Monate vor der Markteinführung, wenn sich die Bewertungstests endlich den realen Bedingungen annähern, nehmen die fahrenden Prototypen ein Design und eine Architektur an, die fast vollständig dem Serienmodell entsprechen. Ganz am Ende der Entwicklung dienen Vorserienfahrzeuge, die den später auf den Markt kommenden Modellen sehr ähnlich sind, für die allerletzten Tests zur Überprüfung der allgemeinen Konformität.