Mit Geomatik gestaltet die Renault Group die Mobilität von morgen

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Mit Geomatik gestaltet die Renault Group die Mobilität von morgen

Artikelzusammenfassung

Renault Geomatik

Hinter einer Ladestation, einer Fahrsimulation oder einer betrieblichen Entscheidung steckt oft eine Karte. Oder besser gesagt: Millionen von räumlichen Daten, die analysiert, abgeglichen und interpretiert werden. Das ist das Fachgebiet der Geomatik, einer noch wenig bekannten Disziplin, die bei der Renault Group jedoch bereits eine zentrale Rolle spielt. Von der Standortwahl für Fast-Charge-Stationen bis zur Messung des Straßenlärms: Tauchen Sie ein in eine Wissenschaft, die Daten in konkrete Entscheidungen verwandelt … und Mobilität zu einem Innovationsfeld macht.

Wissenswertes

  • Mithilfe der Geomatik lassen sich räumliche (geolokalisierte) Daten in konkrete Entscheidungen umsetzen.
  • Sie wird bei der Renault Group seit über 10 Jahren eingesetzt.
  • Sie kommt in Schlüsselbereichen wie Elektromobilität, Ingenieurwesen, Marketing und Simulation zum Einsatz.
  • Konkrete Projekte: Fast Charge, Geomarketing, APACHE, Fahrsimulation und Road Slopes Calculator.
  • Ein strategischer Hebel für eine intelligentere, nachhaltigere und vernetzte Mobilität.

Über die Kartierung von Ladestationen hinausblicken

Stellen Sie sich eine Karte vor. Nicht die, die Sie zur Planung Ihres Wochenendausflugs heranziehen. Eine lebendige, sich ständig weiterentwickelnde Karte, die kontinuierlich mit Daten aus Satelliten, Sensoren, Fahrzeugen oder auch aus menschlichem Verhalten gespeist wird.

Eine Karte, die nicht nur Straßen zeigt, sondern auch Nutzungsmuster, Ströme und Chancen.

Genau das ermöglicht die Geomatik.

Ludovic Picot

„Geomatik ist eine Wortschöpfung aus Geografie und Informatik. Es handelt sich um eine Wissenschaft, die es ermöglicht, geolokalisierte Daten zu erfassen, zu verarbeiten und zu analysieren, um die Realität darzustellen.“

Ludovic Picot

Geomatik-Spezialist in der Abteilung für Ingenieurwesen

Mit anderen Worten: die reale Welt in einen digitalen Zwilling zu verwandeln. Jeder Punkt wird zu einer Information. Jede Strecke erzählt eine Geschichte. Jede Information hilft bei der Entscheidungsfindung.

Bei der Renault Group ist die Geomatik ein strategisches Instrument, das seit über zehn Jahren eingesetzt wird, um ganz konkrete Herausforderungen zu bewältigen: Wo soll eine Ladestation für Elektrofahrzeuge errichtet werden, wie lässt sich ein Fahrzeug an ein bestimmtes Land anpassen oder wie lässt sich das Kundenerlebnis verbessern?

Seine Stärke liegt in seiner Fähigkeit, verschiedene Fachgebiete miteinander zu verbinden: Datenwissenschaft, Ingenieurwesen, Marketing und künstliche Intelligenz – und dabei Ergebnisse zu liefern, die in Form von Karten, Dashboards oder Simulationen leicht verständlich sind.

Wie die Geomatik fünf Vorzeigeprojekte grundlegend verändert

Schnellladung: Den richtigen Ort zur richtigen Zeit wählen

Wo soll eine Schnellladestation installiert werden? Hinter dieser scheinbar einfachen Frage verbirgt sich eine komplexe Gleichung, die mithilfe der Geomatik durch die Verknüpfung zahlreicher Daten gelöst werden kann: Straßenverkehr, Bevölkerungsdichte, Wettbewerb oder auch Mobilitätsgewohnheiten.

Im Jahr 2024 wurden mehr als 5.500 Standorte in vier Ländern untersucht, darunter fast 2.700 potenzielle Standorte im Vereinigten Königreich. Doch die eigentliche Meisterleistung folgt erst danach: Sobald die Stationen installiert sind, analysieren die Teams deren Nutzung in Echtzeit. Besucherzahlen, Nutzerprofile, Wettbewerb … alles wird modelliert. „Wir haben einen digitalen Zwilling entwickelt , den wir ständig aktualisieren, denn eine konkurrierende Station kann das gesamte Ökosystem von heute auf morgen verändern“, erklärt Ludovic Picot. Das Ergebnis: schnellere, zuverlässigere Entscheidungen und erhebliche Einsparungen in der Planungsphase.

Geomarketing: Regionen verstehen, um besser zu verkaufen

Die Geomatik findet mit dem Geomarketing auch im Geschäftsleben Anwendung. Sie ermöglicht die Analyse von Einzugsgebieten, Pendlerströmen, soziodemografischen Daten und der Leistung von Filialen, um zu verstehen, warum eine Verkaufsstelle erfolgreich ist … oder auch nicht. Ein konkretes Beispiel: Wenn ein Autohaus hinter den Erwartungen zurückbleibt, können die Teams die Kundenströme auf einer Karte visualisieren und Phänomene der „Kannibalisierung“ zwischen den Autohäusern erkennen.

Geomarketing ermöglicht es somit, fundierte und gut begründete Entscheidungen über die Ansiedlung neuer Standorte, die Aufteilung in Vertriebsgebiete und lokale Marketingmaßnahmen zu treffen. Heute nutzen mehr als 1.000 Anwender diese Tools intern.

Projekt APACHE: Wenn das Auto zum Lärmsensor wird

Was wäre, wenn Ihr Auto den Straßenlärm messen könnte? Genau das ist das Ziel des APACHE-Projekts. Mithilfe von eingebauten Sensoren erfassen die Fahrzeuge Daten zu Vibrationen, zur Fahrbahnqualität und zu Fahrgeräuschen. Diese Daten werden anschließend in Karten umgewandelt, die von den Kommunen genutzt werden können. Warum? Weil der Straßenlärm 81 der 146 Milliarden Euro an sozialen Kosten durch Lärm in Frankreich ausmacht. Und vor allem, weil die Hauptlärmquelle heute nicht mehr der Motor ist, sondern die Straße.

Dank der Geomatik kann die Renault Group:

  • die lärmintensivsten Gebiete zu erfassen,
  • die Straßen zu ermitteln, die vorrangig saniert werden müssen,
  • die Genauigkeit der akustischen Modelle zu verbessern.

Eine Innovation, die mit dem „Décibel d’or 2024“ ausgezeichnet wurde und den Weg für neue Dienstleistungen für die Regionen ebnet.

Fahrsimulation: Fahrzeuge entwerfen, noch bevor sie auf die Straße kommen

Die geomatische Simulation ermöglicht es zudem, ein Fahrzeug zu testen, das noch gar nicht existiert. Mithilfe von Tools zur Routenermittlung und Fahrsimulation können die Teams realistische Routen weltweit generieren, Fahrverhalten simulieren und konsistente Geschwindigkeitsverläufe erstellen. Für die Alpine-Projekte wurden auf diese Weise mehr als 1.100 Fahrten in den USA, in Europa und im Nahen Osten simuliert.

Ergebnisse: besser dimensionierte Fahrzeuge, weniger Testläufe und geschätzte Einsparungen in Höhe von mehreren hunderttausend Euro. Die Geomatik wird hier zu einem echten Entwicklungsbeschleuniger.

Road Slopes Calculator: Straßen weltweit verstehen

Nicht alle Straßen sind gleich. Und vor allem weisen sie nicht alle das gleiche Gefälle auf. Mit dem „Road Slopes Calculator“ lässt sich die Verteilung der Gefälle landesweit kartografieren, um die Fahrzeuge besser an die örtlichen Gegebenheiten anzupassen.

Durch die Kombination bestimmter Open-Source-Tools (Straßennetz, Höhenangaben usw.) mit internen Algorithmen kann die Renault Group unter anderem Steigungshistogramme und detaillierte Analysen nach Straßentyp erstellen. Dieses Tool wird in Kürze in den wichtigsten Absatzmärkten der Gruppe eingeführt, d. h. in mehr als 25 Ländern, von Frankreich über Indien bis hin nach Brasilien.

Eine Wissenschaft im Zentrum der Mobilität von morgen

Was sich aus all diesen Projekten herauskristallisiert, ist eine einfache Erkenntnis: Daten allein reichen nicht aus. Was zählt, ist, was man daraus macht. Die Geomatik ermöglicht diesen entscheidenden Übergang von den Rohdaten zur Entscheidung – oder, mit anderen Worten, von der Analyse zum Mehrwert.

Und wie sieht es morgen aus? Mit dem Aufschwung derkünstlichen Intelligenz, vernetzter Fahrzeuge und digitaler Zwillinge könnte die Geomatik zu einer der unsichtbaren Säulen der Mobilität werden. Eine unauffällige, aber unverzichtbare Disziplin. Wie eine Karte, auf die man nicht immer schaut … die aber jede Fahrt leitet.

Häufig gestellte Fragen

Die Geomatik ist ein Fachgebiet, das Geografie und Informatik miteinander verbindet, um geolokalisierte Daten zu erfassen, zu analysieren und zu verwerten. Sie ermöglicht es, die reale Welt in Form von intelligenten Karten und digitalen Modellen darzustellen.

Bei der Renault Group kommt die Geomatik in zahlreichen Projekten zum Einsatz: bei der Standortwahl für Ladestationen, der Analyse der Vertriebsleistung, der Fahrsimulation oder auch bei der Messung der Straßenqualität. Sie trägt dazu bei, schnellere und präzisere Entscheidungen zu treffen.

Im Bereich der Mobilität kommt der Geomatik eine strategische Bedeutung zu, da sie es ermöglicht, das tatsächliche Nutzungsverhalten der Fahrer zu verstehen, Fahrzeuge an die jeweiligen Regionen anzupassen und die Infrastruktur zu optimieren. Sie spielt eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung einer intelligenteren, nachhaltigeren und besser vernetzten Mobilität.