Künstliche Intelligenz und die Automobilindustrie stehen im Mittelpunkt unserer Strategie

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Ein Mann vor einem Bildschirm in einer Fabrik an einem Fließband

KI in der Praxis bei der Renault Group – Folge 1

Dieser Artikel bildet den Auftakt zu einer fünfteiligen Serie, die sich mit künstlicher Intelligenz bei der Renault Group befasst. Von der Lieferkette über die Kundenbeziehung bis hin zu Technik und Produkten – der Einsatz von KI in der Automobilbranche verändert die gesamte Wertschöpfungskette des Unternehmens grundlegend.

Erste Folge: die Fertigung. In den Werken der Gruppe wirkt KI als Leistungsbeschleuniger. Vom industriellen Metaversum bis hin zu automatisierten Qualitätskontrollen definiert sie die Beziehung zwischen Mensch und Maschine neu und sorgt so für mehr Flexibilität, Schnelligkeit und Zuverlässigkeit. Eine Revolution, die innerhalb der Gruppe bereits im Gange ist, insbesondere in Valladolid und Palencia (Spanien).

Vom industriellen Metaversum bis hin zu vernetzten Fabriken

Seit 2016 hat die Renault Group eine ehrgeizige digitale Transformation ihrer Produktionsanlagen in Angriff genommen, die auf einer Überzeugung beruht: Keine KI ohne Daten. Heute sind fast 90 % der Produktionslinien vernetzt und generieren mehr als 100.000 Datenpunkte pro Sekunde, was insgesamt 5 Milliarden Datenpunkten pro Tag in allen Werken entspricht.

Diese Informationen fließen in das industrielle Metaversum ein, eine digitale Nachbildung der physischen Welt. Als regelrechter Kontrollturm ermöglicht es die Visualisierung jedes einzelnen Arbeitsschritts in Echtzeit – vom Stanzen über die Qualitätskontrollen bis hin zur Endmontage. Die Vorteile sind vielfältig: Vorhersage von Anomalien, Verkürzung der Produktionszeiten, Senkung des Energieverbrauchs (-26 % zwischen 2021 und 2024) und Verbesserung der Fahrzeugqualität.

Dieses industrielle Metaversum ist nicht nur eine technologische Vorzeigeplattform, sondern fungiert als virtueller Assistent für die Teams. Die gesammelten Daten trainieren Modelle, die menschliche Erfahrungen simulieren und sofortige Entscheidungshilfen liefern können.

Wenn industrielle KI zum Verbündeten der Bediener wird

KI in der Fertigung soll den Menschen nicht ersetzen, sondern fungiert als Arbeitspartner. In den Werkstätten stehen die Bediener im Mittelpunkt des Lernprozesses der Algorithmen. Sie speisen die Modelle mit ihren Beobachtungen und nutzen KI-Tools, um sich auf Aufgaben mit höherem Mehrwert zu konzentrieren. Nehmen wir das Beispiel der Sichtprüfung. Früher verbrachten die Bediener 80 % ihrer Zeit damit, Fehler zu erkennen, und nur 20 % damit, diese zu beheben. Heute werden sie in Echtzeit von der KI benachrichtigt und können dieses Verhältnis umkehren: 20 % Kontrolle und 80 % Aktion. Bis heute wurden in den Werken der Gruppe bereits 15.000 Mitarbeiter im Bereich künstliche Intelligenz geschult – ein Beweis dafür, dass der Ausbau der menschlichen Kompetenzen mit dem technologischen Fortschritt einhergeht.

In den Werken der Renault Group erkennen die Mitarbeiter die Vorteile des Einsatzes von KI: weniger repetitive Aufgaben, mehr Eigenverantwortung und eine höhere Wertschöpfung. Konkret wurden bereits 3.000 KI-gestützte Kontrollen an den Produktionslinien durchgeführt, davon 500 im Werk in Palencia, wodurch die Zuverlässigkeit und Qualität der vom Band laufenden Fahrzeuge gesteigert wurde. Durch die Neugestaltung der Mensch-Maschine-Beziehung verleiht KI der Arbeit wieder einen Sinn und verbessert die Zuverlässigkeit der ausgelieferten Fahrzeuge.

Lesen Sie die Erfahrungsberichtevon Antoine Leblanc, Experte für KI und Datenproduktionstechnik, von Gerardo Sanchez-Rodriguez, Innovationsleiter des Industriebereichs Iberia, und von Raquel Herrero González, Expertin für Lackausbesserung und Qualitätskontrolle im Werk Valladolid.

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Mehr künstliche Intelligenz für mehr Wettbewerbsfähigkeit

Diese industrielle Revolution ist nicht nur technischer, sondern auch strategischer Natur. Angesichts einiger asiatischer Wettbewerber, die in der Lage sind, ein Fahrzeug in nur zwei Jahren zu entwickeln, legt die Renault Group einen Gang zu. Ziel: die Produktionskosten für Elektrofahrzeuge bis 2027 zu halbieren, die Anzahl der Teile pro Modell zu reduzieren (minus 40 % zwischen dem Mégane E-Tech electric und dem zukünftigen Twingo) und die Entwicklungszeiten zu verkürzen.

Dank KI hat die Renault Group im Jahr 2023 bereits Einsparungen in Höhe von 270 Millionen Euro erzielt und ihren CO₂-Fußabdruck um 21.000 Tonnen CO₂ pro Jahr reduziert, insbesondere durch die Optimierung von Logistik und Energieverbrauch. Und das Ziel ist klar: KI soll in allen Werken massiv eingesetzt werden, um Qualitätsmängel zu vermeiden, mit dem Ziel von 1.000 KI-gestützten Kontrollen pro Werk bis 2027.

Doch der Wandel geht über bloße Zahlen hinaus. Durch die Neugestaltung der Fabrikorganisation ebnet die KI den Weg für eine agilere, CO₂-arme und menschenzentrierte Industrie. Sie macht jede einzelne Datenangabe zu einem Wettbewerbsvorteil.

Eine Reise in fünf Episoden

Die Fertigung ist nur ein Beispiel unter vielen. Künstliche Intelligenz durchdringt bereits die Lieferkette, die Kundenbeziehungen, das Engineering und die Produkte. In jedem Bereich gibt es konkrete Innovationen, die die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns stärken und das Erlebnis sowohl für die Mitarbeiter als auch für die Kunden verbessern. Nächster Beitrag der Reihe: die Lieferkette.