Vor seiner offiziellen Vorstellung absolviert ein neues Modell seine ersten Testfahrten auf öffentlichen Straßen, getarnt, um seine Konturen und Designgeheimnisse zu verbergen. Warum sollte man die Tarnung der Prototypen nicht in ein echtes Kunstwerk verwandeln? Dieser Herausforderung hat sich François gestellt, Designer in der Designabteilung der Renault Group. Er erklärt uns, wie er eine spezielle „Beklebung“ entworfen hat, um die Linienführung des neuen Renault Austral zu verbergen.
VON NICOLAS LE-BOUCHER
Der neue Renault Austral mit einer einzigartigen grafischen Tarnung
In den sozialen Netzwerken, im Internet oder in Fachzeitschriften ist die Jagd nach „Spyshots“ (Spionagefotos) neuer Modelle das ganze Jahr über in vollem Gange. Es gibt zahlreiche Aufnahmen, doch die Fahrzeuge sind selten ungetarnt. Meistens sind die Prototypen, die bei Testfahrtenauf öffentlichen Straßen auf frischer Tat erwischt werden, sorgfältig mit mehr oder weniger psychedelischen schwarz-weißen „Aufklebern“ verkleidet. Das Ziel ist einfach: die zukünftigen Modelle vor neugierigen Blicken zu schützen, damit ihre offizielle Enthüllung eine Überraschung bleibt.
Diese Tarnungen verbergen oder verzerren die markanten Linien und charakteristischen Designelemente eines neuen Modells. Dies betrifft oft den Kühlergrill, die Kanten an den Kotflügeln, die Motorhaube, die Scheinwerfer bis hin zum Markenlogo.
Die Designabteilung von Renault ist stolz auf ihre Kreationen, sieht sich jedoch traditionell gezwungen, diese „zu verunstalten“, um die Vertraulichkeit ihrer Arbeit zu wahren.
Mit der Gestaltung der Tarnung wollten wir die letzten Testphasen des „Nouvel Austral“ zu einem Höhepunkt der offiziellen Enthüllung machen und gleichzeitig die neue visuelle Identität der Marke präsentieren.
Geschickt verstecken
Für seine Auftritte in der „Pre-Reveal“-Phase wurde der neue Renault Austral mit einer einzigartigen Folienbeklebung versehen, die von François entworfen und gestaltet wurde. Diese äußerst inspirierte Beklebung tut dem Stil des Fahrzeugs keinen Abbruch, ganz im Gegenteil. Mit ihrem stark grafischen Charakter erfüllt sie natürlich ihre Hauptfunktion , nämlich das Fahrzeug zu verbergen . Aber sie tut dies mit Bravour!
Die Tarnfolie verdeckt den Kühlergrill, die Kanten an den Kotflügeln, die Motorhaube, die Scheinwerfer bis hin zum Markenlogo
Die Tarnfolie verdeckt den Kühlergrill, die Kanten an den Kotflügeln, die Motorhaube, die Scheinwerfer bis hin zum Markenlogo
Die Tarnfolie verdeckt den Kühlergrill, die Kanten an den Kotflügeln, die Motorhaube, die Scheinwerfer bis hin zum Markenlogo
Die Tarnfolie verdeckt den Kühlergrill, die Kanten an den Kotflügeln, die Motorhaube, die Scheinwerfer bis hin zum Markenlogo
Automobilhersteller wenden üblicherweise zwei Tarntechniken an:
unechte Polsterungen oder künstliche Volumen, um die „wahre“ Form zu verbergen;
das „Stickage“ oder „Covering“, um die Karosserie mit einer zweiten selbstklebenden Haut zu überziehen.
Für „Nouvel Austral“ entschied sich François für die „Beklebung“, ausgehend von zwei Fragen: Warum sollte man das Schöne hinter einer hässlichen Maske verstecken? Warum sollte man ein Kunstwerk nicht durch ein anderes Kunstwerk verdecken? Während des Ersten Weltkriegs verwendeten die angelsächsischen Kriegsschiffe eine Tarnung namens „Dazzle“ oder „Razzle Dazzle “. Die Schiffe waren vollständig mit sehr grafischen Mustern bedeckt, ausschließlich in Schwarz und Weiß. Dieser starke Kontrast sollte die Perspektive, die Reflexionen und das Licht brechen.
François ließ sich bei seiner Arbeit von den Grundprinzipien des „Dazzle“-Malsystems inspirieren
In dieser Phase der Entwicklung des „Nouvel Austral“ war es unerlässlich, die Wahrnehmung seiner Grundlinien so gut wie möglich einzufangen. Zu diesem Zweck ließ sich François von den Grundprinzipien der „Dazzle“-Malerei inspirieren: dem starken Kontrast zwischen Schwarz und Weiß, der optische Effekte erzeugt.
Von Beginn des Projekts an war es sein Ziel, mit den neuen Markenzeichen und insbesondere dem Emblem zu arbeiten. Die ikonische Raute eignet sich aufgrund ihrer Geschichte und der in ihren Genen verankerten grafischen Themen hervorragend für das Spiel mit Linien. François nutzte sie als Inspirationsgrundlage. Durch das Spiel mit Größenvariationen schuf er ein wirkungsvolles und sehr identitätsstiftendes Motiv.
Die Originalität, Ästhetik und Modernität der neuen visuellen Identität von Renault wurden daher genutzt, um die charakteristischen Formen des Nouvel Austral zu verwischen. Eine Gelegenheit, die Marke und das Modell mit einer künstlerischen Kreation in den Vordergrund zu rücken.
Der starke Kontrast zwischen Schwarz und Weiß, die unterschiedlichen Größen der Muster, die Neonakzente und die Überlagerung der Schichten ergeben ein komplexes grafisches Camouflage-Muster.
Der starke Kontrast zwischen Schwarz und Weiß, die unterschiedlichen Größen der Muster, die Neonakzente und die Überlagerung der Schichten ergeben ein komplexes grafisches Camouflage-Muster.
Der starke Kontrast zwischen Schwarz und Weiß, die unterschiedlichen Größen der Muster, die Neonakzente und die Überlagerung der Schichten ergeben ein komplexes grafisches Camouflage-Muster.
Der starke Kontrast zwischen Schwarz und Weiß, die unterschiedlichen Größen der Muster, die Neonakzente und die Überlagerung der Schichten ergeben ein komplexes grafisches Camouflage-Muster.
Hervorheben
Für die Tarnung des neuen Renault Austral setzte François auf Schwarz-Weiß, auf unterschiedliche Maßstäbe sowie auf die Materialverarbeitung, um den Kontrast zu betonen. Die Neonfarben sorgen für einen Hauch von Pep, der die Wirkung verstärkt. Die zweite Haut des neuen Austral ist keineswegs eine gewöhnliche Vollverklebung, sondern wurde für jeden Karosserieteil maßgeschneidert. Ein 3D-Modell des neuen Renault Austral diente dazu, die Muster perfekt an die Formen und Konturen der Karosserieteile wie Motorhaube oder hintere Kotflügel anzupassen. Die Muster, die an der Front kleiner sind, werden zum Heck hin größer, um dort die Strömungsstörungen zu betonen. Die Überlagerungen befinden sich überwiegend im Bereich der hinteren Seitenscheiben, wo das Design des Fahrzeugs besonders stark zum Ausdruck kommt. Der Kühlergrill und die Lichtsignaturen, insbesondere am Heck, wurden ebenfalls verwischt. Die Überlagerung glänzender Elemente auf einem ersten matten Raster verleiht dem Ganzen Raffinesse. Das Stück für Stück wie bei einem Puzzle erfolgende Aufkleben erforderte größte Sorgfalt, um die Karosserie sowohl beim Zuschneiden als auch beim Anbringen der Folie nicht zu beschädigen. Alles musste perfekt sein, um das Ereignis rund um den neuen Austral zu schaffen. Eine Tarnung zu gestalten, die dazu bestimmt ist, gesehen zu werden – was für ein erstaunliches Paradoxon!
Mit dieser maßgeschneiderten Folierung ist der Renault Austral ein Unikat
Die „Dazzle“-Tarnung hat Zukunft
François hatte bereits die Event-Tarnung für den neuen Mégane E-TECH Electric entworfen, der auf der Renault Eways vorgestellt wurde. Die Notwendigkeit, die Linienführung des Fahrzeugs zu verbergen, war zwar nicht so groß wie beim neuen Austral, doch die Tarnung der Hightech-Elektrolimousine hatte bereits für Aufsehen gesorgt. Die Linien, Winkel und Muster stammten aus demselben grafischen Thema, das sich aus der visuellen Identität von Renault ableitete. Für François lässt sich diese Tarnung unendlich variieren und auf alle zukünftigen Fahrzeuge und Prototypen der Marke anwenden. Das Designteam von Renault erhielt sogar Kundenanfragen nach einer Lackierung des neuen Mégane E-TECH Electric mit dieser Tarnung. Ein Beweis dafür, dass eine gelungene künstlerische Kreation eine weitere hervorbringen kann.