Als sich ständig weiterentwickelnder Automobilhersteller definiert die Renault Group das Design ihrer Fahrzeuge grundlegend neu und überdenkt dabei deren Konzeption. In einer exklusiven Reihe mit dem Titel „Design Talks“ empfängt Gilles Vidal, Designchef der Marke Renault, Gäste, um über Inspirationen, Emotionen, die heutigen Definitionsmerkmale von Design und deren Umsetzung in den Fahrzeugen von Renault zu sprechen. In diesem dritten Teil, der dem Sounddesign gewidmet ist, empfängt Gilles den Künstler, Komponisten und Autor Jean-Michel Jarre im Maison 5. Sie tauschen sich über die Entwicklung des Sounddesigns im Zeitalter der Elektromobilität aus, in dem der Klang nun die Stille untermalen und somit ebenfalls maßgeblich zur Markenidentität beitragen muss.
Spitzen Sie die Ohren und entdecken Sie diese Folge über den Klang als Träger von Emotionen, in deren Mittelpunkt ein ganz besonderer Protagonist steht: der neue Renault 5 E-Tech electric.
Von der Renault Group
Der Einzug der Elektrofahrzeuge bietet den Automobilherstellern die Gelegenheit, das Verhältnis zwischen den von ihnen produzierten Fahrzeugen und dem städtischen Umfeld neu zu überdenken. Das Sounddesign steht dabei an vorderster Front, um die Nutzer auf ihren Fahrten zu begleiten, ohne ihre Gewohnheiten zu stören. Mit diesem heiklen Gleichgewicht im Hinterkopf hat die Renault Group das Fachwissen des Musikers Jean-Michel Jarre, einem Liebhaber von Technologie und Innovation, in Anspruch genommen, um eine Klangumgebung zu schaffen, die das Fahrerlebnis bereichert und die Markenidentität von Renault stärkt. Jean-Michel Jarre und Gilles Vidal treffen sich anlässlich eines Austauschs während der Pariser Designwoche im Maison 5, einem temporären Kulturort, der von der Marke Renault errichtet wurde.
Beim Sounddesign geht es darum, für diese geräuschlosen Fahrzeuge ein Klangarrangement zu schaffen, von Grund auf neu zu beginnen – von einer leeren Leinwand, der Stille – und zu versuchen, diese Stille zu gestalten.
Das Zusammentreffen zweier Kreativer
Gilles Vidal und Jean-Michel Jarre kennen sich schon seit mehreren Jahren. Als sie auf Wunsch von Luca de Meo, dem CEO der Renault Group, zusammenkamen, um am Sounddesign der Fahrzeuge der Marke Renault zu arbeiten, vertiefte sich ihre Zusammenarbeit, getragen von ihren gemeinsamen Werten, die ein Design im Dienste der Funktionalität und der Emotionen in den Mittelpunkt stellen.
Für Gilles Vidal dient die Aufgabe des Designs als Ausgangspunkt: „die Benutzererfahrung im Alltag zu verbessern und Begeisterung zu wecken“. Dieser rote Faden muss sich durch alle Phasen der Fahrzeugentwicklung ziehen, einschließlich des akustischen Bereichs, der daher von Anfang an berücksichtigt werden muss. Da die Nutzer immer stärker mit ihren Fahrzeugen interagieren, muss das Design „ein multisensorisches Erlebnis schaffen, eine Geschichte erzählen und Botschaften vermitteln“. Die akustische Untermalung dieser Nutzung wird dabei von entscheidender Bedeutung.
Jean-Michel Jarre ist der Ansicht, dass durch die vollständige Einbindung des Menschen indas Fahrerlebnis„die Berufe des Designers und des Komponisten vollständig miteinander verschmolzen sind“. Er betont, dass „der erste Sinn, der das Gefühl der Immersion vermittelt, das Gehör ist“. Daher kommt dem Sounddesign in den Fahrzeugen von heute eine entscheidende Bedeutung zu .
Jean Michel Jarre und Gilles Vidal im Renault 5 E-Tech electric.
Der Klang als Markenidentität
Es stellt sich also die Frage: Welche Geräusche sollen entwickelt werden und für welche Anwendungszwecke? In Absprache mit den Ingenieuren von Renault wurden zwei vorrangige Anwendungsbereiche ermittelt. Der Begrüßungston, der für jedes Modell spezifisch ist (siehe unten), und der VSP-Ton (Vehicle Sound Pedestrian, also der Fußgängerwarnton), ein vorgeschriebener akustischer Warnton, den Elektrofahrzeuge bei Geschwindigkeiten unter 30 km/h ausgeben und der in der gesamten rein elektrischen Modellpalette der Marke Renault zu finden ist.
Es muss etwas Originelles geschaffen werden, das die gesetzlichen Anforderungen zur Kennzeichnung des Fahrzeugs erfüllt, aber gleichzeitig eine ganz eigene Handschrift und eine ganz eigene Seele hat.
Gilles Vidal betont zudem, dass dieser VSP-Sound„die Identität der Marke und ihr Erbewahren und ihr zugleich etwas Neues verleihen“ müsse. So suchten sie gemeinsam mit Jean-Michel Jarre nach „einer gewissen Frische, einer kantigen Note, die zugleich eine gewisse Herzlichkeit vermittelt“. Dieser Balanceakt wird vom Musiker begeistert aufgenommen, dessen Kreativität durch komplexe Herausforderungen angeregt wird, die große Präzision erfordern. Er entwickelt daraufhin einen Sound, der verschiedene Assoziationen weckt. Erstens eine Sanftheit, die im Einklang mit dem hohen Stellenwert steht, den die Marke Sicherheit und Gesundheit beimisst. Dann eine von Leichtigkeit geprägte Geschwindigkeit, die er aus unserem kollektiven Vorstellungsvermögen schöpft, indem er sich von Symbolen der Schnelligkeit inspirieren lässt , „wie dem Raumschiff aus Star Wars und seiner Fähigkeit, durch den Weltraum zu gleiten “. Und schließlich einen entschieden zeitgenössischen Klang, der unsere ultravernetzte Welt und das Aufkommen neuer Technologien wie der künstlichen Intelligenz widerspiegelt.
Jean Michel Jarre und Gilles Vidal vor dem Renault 5 E-Tech electric.
Der Sound des Renault 5
Der neue Renault 5 E-Tech electric, der für den Einsatz in der Stadt und im Umland konzipiert ist, passt gut zu diesem VSP-Konzept. Doch wie Gilles Vidal betont, muss er auch eine eigene Identität haben, die er als „Pop “ bezeichnet, inspiriert von der „Popkultur “. Das bedeutet im heutigen Kontext, „auf mehr Umweltfreundlichkeit und elektrische Lösungen hinzuarbeiten, die erschwinglich und zugänglich sind“. Darüber hinaus muss das Fahrzeug jedoch attraktiv und spritzig wirken. Aus diesem Grund hat Jean-Michel Jarre eine spezielle Begrüßungssequenz komponiert, die erklingt, sobald sich der Fahrer hinter das Steuer setzt. Dieser Sound entspricht dem retro-futuristischen Charakter des Autos, indem er Synthesizerklänge verwendet, die an die 80er Jahre erinnern, jedoch in einem modernen Gewand. Es ist, in seinen Worten, „eine Möglichkeit, dem Fahrerlebnis eine Prise Poesie zu verleihen“.
Zum Abschluss ihres Gesprächs sind sich die beiden Designer einig, dass in der heutigen Umgebung, insbesondere im städtischen Raum, das Hauptziel ihrer Zusammenarbeit darin besteht , „Fahrzeuge anzubieten, die keine zusätzliche Lärmbelastung verursachen, dabei aber gut erkennbar und gleichzeitig präsent sind“. Die ganze Subtilität des Sounddesigns besteht darin, „der Funktion Emotionen zu verleihen, ohne sie zu aufdringlich zu gestalten “. Und Jean-Michel Jarre fasst zusammen : „Das Sounddesign veredelt die Beziehung zwischen Bild und Ton, denn es sind die Ohren, die die Augen öffnen.“