Dacia Jogger: Ein virtuelles Design, das der Realität sehr nahe kommt

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Die Fahrzeugentwicklung hat sich in den letzten Jahrzehnten stark weiterentwickelt. Während die Designer ihre Bleistifte durch 3D-Modellierung ersetzt haben, testen die Ingenieure die zukünftigen Modelle bereits lange vor der Entstehung der ersten physischen Prototypen. Wie? Dank CAVE (Cave Automatic Virtual Environment), einem Virtual-Reality-System, das es ermöglicht, sich während der Entwurfsphase um das Fahrzeug herum und in dessen Innenraum zu bewegen. Im Technischen Zentrum von Titu im Süden Rumäniens haben die Dacia-Teams diese totale Immersion erlebt. Das Ergebnis: Die Modularität des Innenraums und die Geräumigkeit des neuen Dacia Jogger wurden optimiert. Ein Bericht.

VON FLORENTINA DECA

Auch wenn eine Reise in die Zukunft wie die von Marty McFly an Bord des berühmten, von „Doc“ zusammengebastelten DeLorean DMC-12 nach wie vor in den Bereich der Science-Fiction fällt, ist es dank der neuen Technologien der Automobilindustrie bereits möglich, seiner Zeit ein wenig voraus zu sein. Auf nach Titu, wo Ingenieure bereits außergewöhnliche Abenteuer erleben, indem sie in Modelle einsteigen können … die es noch gar nicht gibt. Diese kleine Stadt, die 45 Minuten von Bukarest entfernt liegt und knapp 10.000 Einwohner zählt, ist zwar weit entfernt von der Hollywood-Atmosphäre, beherbergt jedoch das weltweit zweitgrößte Testzentrum der Renault Group. Modernste Technologien, ein Streckennetz, Dutzende von Prüfständen, Testkammern zur Prüfung der Materialfestigkeit und … eine CAVE-Kammer, kurz für „Cave Automatic Virtual Environment“. Dort lädt uns Ionut, Leiter der Produkt-Ergonomie, ein, in eine Parallelwelt einzutauchen. Um paradoxerweise der Realität so nah wie möglich zu sein.

CAVE ist ein Tool, mit dem der Nutzer eine realitätsnahe Simulation erleben kann. Wir können in das Fahrzeug eintauchen und die Wahrnehmung des Fahrers und der Insassen in Bezug auf Sicherheit, Ergonomie und Komfort beurteilen und anschließend Anpassungen in Echtzeit vornehmen.

Ionut

Produkt-Ergonomie-Manager

Fünf Wände, zehn Projektoren und sechs Millionen Pixel

Um die Architektur neuer Fahrzeuge bereits vor der Herstellung der ersten physischen Prototypen zu validieren, ist das CAVE-Tool der perfekte Verbündete. Dank seiner fünf Wände, auf die stereoskopische Videos projiziert werden, lässt dieser immersive Raum die Nutzer in eine Realität eintauchen, die eine neue Dimension (bzw. neue Dimensionen) annimmt. Sie umkreisen das Fahrzeug und steigen ein, als handele es sich um ein echtes Modell. Das Fahrzeug lässt sich mit wenigen Klicks anpassen, nachdem es mithilfe einer 3D-Brille umfassend begutachtet wurde und dank der vielfältigen Interaktionen zwischen den Testern. Tatsächlich wird alles mit der Präzision von sechs Millionen Pixeln getestet: die Ergonomie der Bedienelemente am Armaturenbrett, die Sichtverhältnisse in den verschiedenen Bereichen des Fahrzeugs, die Zugänglichkeit, der Komfort und sogar das Design.

CAVE ist ein immersiver Virtual-Reality-Raum, der aus fünf Wänden und zehn Projektoren besteht

„CAVE ist ein System, das die Nutzung anderer Tools wie Virtual-Reality-Headsets ergänzt. Dank seiner Auflösung, die der des menschlichen Auges entspricht, und der Interaktivität zwischen den verschiedenen Nutzern wird das Fahrzeug so wahrgenommen, als wäre es real.“
Andras, Expert Leader der Renault Group, Immersive Simulation und VR

Dank CAVE wird das Fahrzeug so wahrgenommen, als wäre es in der Realität

„Dieses Virtual-Reality-System ermöglicht es, die Eigenschaften eines Fahrzeugs bereits in einer sehr frühen Projektphase zu validieren. Durch die Reduzierung der Anzahl physischer Prototypen und die Verringerung von Änderungen in späten Projektphasen sparen wir jährlich mehr als 2 Millionen Euro ein.“
Ionut, Leiter Produktergonomie

Dank CAVE wird das Fahrzeug so wahrgenommen, als wäre es in der Realität

Eine neue virtuelle Welt

Sich auf Bergstraßen wiederzufinden, während man in einem Zimmer bleibt – das mag unmöglich erscheinen. Doch mit CAVE werden die Testpersonen oft in komplexe Missionen entsandt. Um beispielsweise die dritte Sitzreihe des neuen Siebensitzer-Kombis Dacia Jogger zu testen, wurde eine gemischte Gruppe von dreizehn Personen ausgewählt, um die virtuelle Welt zu erleben. Große und Kleine (anthropometrische Maße wurden analysiert!), Frauen und Männer, verschiedene Berufe … Die Auswahlkriterien sind sehr präzise, um eine möglichst realitätsnahe Wahrnehmung zu gewährleisten. Auch die Strecke in der virtuellen Welt ist so konfiguriert, dass alle Empfindungen getestet werden können: passives Fahren (ein Film läuft ab, als ob man fahren würde, aber die Pedale sind nicht aktiv), statische Prüfungen (Sichtverhältnisse, Ergonomie, Design) sowie körperliche Wahrnehmungen (Komfort, Sicherheit). Beim „Nouveau Jogger“ führten die Eindrücke der Nutzer nach dem CAVE-Erlebnis zu einer Änderung der Fahrzeugarchitektur: Die zweite Sitzreihe wurde um 20 mm nach vorne versetzt!

Die Innenraumflexibilität des neuen Dacia Jogger wurde mit CAVE verbessert

„Wir haben die Lösungen für die Innenraummodularität optimiert und eine sehr komfortable dritte Sitzreihe für alle Passagiere geschaffen. Es ist uns gelungen, die Anordnung der Sitze in Echtzeit anzupassen, ohne den Projektzeitplan zu beeinträchtigen.“
Ionut, Leiter Produkt-Ergonomie

„In Zukunft werden mehrere Nutzer gemeinsam und gleichzeitig an einem Fahrzeug arbeiten können. Dank verschiedener Mini-LED-Technologien lassen sich CAVES-Umgebungen bereits in einfachen Projektbesprechungsräumen einrichten, um Konstruktionslösungen sehr schnell zu validieren.“
Andras, Expert Leader der Renault Group, Immersive Simulation und VR

Schnelle Freigaben, zahlreiche Testläufe, wirtschaftliche Vorteile, Interaktion zwischen den Nutzern – die Vorteile dieses Tools sind zahlreich und spiegeln die DNA der Marke Dacia wider: Autos, die auf die Bedürfnisse ihrer Kunden zugeschnitten sind! Die Besitzer des Nouveau Jogger können sich bereits davon überzeugen.