Die erweiterte Realität revolutioniert das Automobildesign bei der Renault Group

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Augmented Reality revolutioniert das Automobildesign bei der Renault Group

Im Herzen des Renault-Technocenters arbeiten Designer, die mit Virtual-Reality-Headsets ausgestattet sind, an einem unsichtbaren Auto. Ihre präzisen Gesten bewegen sich in der Luft, als würden sie in der Schwebe schweben. Willkommen in der Welt der erweiterten Realität (XR), in der „Phygital“ (eine Mischung aus physischer und digitaler Welt) die Art und Weise, wie die Renault Group ihre Autos entwirft, radikal verändert. Es handelt sich um mehr als nur ein Werkzeug – es ist eine kreative und industrielle Revolution, die es der Gruppe nun ermöglicht, ihre Entwicklungszeiten auf nur zwei Jahre zu verkürzen und gleichzeitig Innovation und Zusammenarbeit zu fördern.

Im Technocentre ist Science-Fiction bereits Realität

In einem großen, von weißem Licht durchfluteten Raum passt ein Designer seinen Virtual-Reality-Helm an. Neben ihm bedient ein anderer ein Lenkrad, das auf einer Plattform mit variabler Geometrie montiert und mit Sitzen ausgestattet ist, während auf einer mehrere Meter breiten LED-Wand eine virtuelle Silhouette des Fahrzeuginnenraums angezeigt wird. Die Atmosphäre ist konzentriert, rhythmisch, fast schon choreografiert. Hier wird Kreativität in Lebensgröße gelebt.

Wir befinden uns im Virtual-Reality-Studio des Renault Technocenters, einem Ort an der Schnittstelle zwischen Kino, Technologie und Automobildesign. Hier erforschen die Designteams der Renault Group mithilfe einer XR-Plattform der neuesten Generation die Linienführung, die Formen, die Materialien und die Erlebnisse, die Fahrer und Passagiere an Bord des Autos von morgen erleben werden.

Diese Technologie, die bei einem großen europäischen Automobilhersteller einzigartig ist, ermöglicht das Arbeiten in einer gemischten Umgebung, in der reale physische Elemente (vier Sitze, ein Lenkrad) mit immersiven digitalen Modellen kombiniert werden. Das Ergebnis: Die Designer können buchstäblich in ihre Entwürfe „eintauchen“, sie berühren, sie sowohl als Ganzes als auch im Detail begreifen und sie erleben, noch bevor ein physisches Auto überhaupt existiert.

Karine Grulet

„In diesem Studio tauchen wir buchstäblich in das Auto ein; wir können jedes Detail anfassen, testen und in Echtzeit darüber entscheiden. Und das Spannende daran ist, dass die Technik vollständig in diesen Prozess integriert ist: Designer und Ingenieure arbeiten regelmäßig zusammen und passen Form und Funktionalität parallel mithilfe derselben Technologien an. Es ist ein echter Dialog zwischen Kreativität und technischer Machbarkeit, der die Art und Weise, wie ein Auto entworfen wird, grundlegend verändert .“

Karine Grulet

Leiter des technischen Design-Teams

Dieser Ansatz ist weit mehr als nur ein technologisches Augmented-Reality-Tool – er revolutioniert den kreativen Prozess. Designer und Ingenieure können schneller und mit größerer Sicherheit Entscheidungen treffen und in Echtzeit mit Kollegen am anderen Ende der Welt zusammenarbeiten. Von Frankreich bis Rumänien, von Südkorea bis Indien oder Brasilien – überall dort, wo die Renault Group über Designzentren verfügt, sieht jeder genau dasselbe Auto zur selben Zeit, als befänden sich alle im selben Studio. Ein echtes gemeinsames Eintauchen in das Projekt, das Grenzen überwindet und den kreativen Prozess beschleunigt.

Der Zauber des „Phygital“: weniger Prototypenentwicklung und mehr Kreativität

Wenn die erweiterte Realität der Motor ist, dann ist DigiPHY der Turbo. Dieses gemeinsam mit dem italienischen Studio Granstudio entwickelte modulare Plattformsystem ist eine Meisterleistung in Sachen Technik und Design.

Stellen Sie sich eine physische Struktur vor, die ihre Form an verschiedene Automodelle anpassen kann, während die Designer – mit Helmen auf dem Kopf – sofort einen Eindruck vom Innenraum eines virtuellen Fahrzeugs gewinnen. Lenkrad, Armaturenbrett, zentraler Bildschirm, Sitze: Alles ist präzise aufeinander abgestimmt – zwischen der realen und der virtuellen Welt –, und alle Sinne werden angesprochen.

Wales, Laurent

Das Gehirn braucht ein Mindestmaß an physischen Anhaltspunkten, um etwas voll und ganz zu glauben. Wenn man in einem echten Sitz sitzt und sich die virtuelle Tür neben einem schließt, wird diese Wahrnehmung glaubwürdig. Das ist es, was ‚Phygital‘ ausmacht .“

Laurent Wales

Leiter Digitaldesign

Dieses hyperrealistische Eintauchen ermöglicht es, die Benutzerfreundlichkeit, die Stichhaltigkeit der Designannahmen, die Sichtbarkeit, das Benutzererlebnis sowie die Anordnung der Bedienelemente zu bewerten, noch bevor auch nur ein einziger physischer Prototyp hergestellt wird.

Die Teams nutzten DigiPHY beispielsweise, um die Positionierung des zentralen Bildschirms und der seitlichen Säule (B-Säule) eines zukünftigen Modells festzulegen. Eine Aufgabe, die bei herkömmlichen Modellen mehrere Wochen gedauert hätte, war in wenigen Stunden erledigt – direkt in der erweiterten Realität.

„Seine Hände am Lenkrad zu sehen, einen echten Bildschirm zu berühren, zu spüren, wie die physischen Elemente reagieren, zum Leben erwachen und in der virtuellen Realität mit einem interagieren – das ist einfach magisch“, erzählt Laurent Wales. „Das macht den Entwurfsprozess sowohl schneller als auch greifbarer.“

Insbesondere dank dieser Verschmelzung von physischer und digitaler Welt ist es Renault gelungen, die Entwicklungszeit und die Kosten für die Prototypenentwicklung zu senken. Ein bedeutender Produktivitätssprung, ohne Abstriche bei Qualität oder Kreativität.

Wenn Technologie das menschliche Genie verstärkt

Bei der Renault Group ersetzt Technologie den Menschen nicht, sondern verstärkt seine kreative Kraft. Genau darin liegt der Sinn der digitalen Transformation, die von den Design-Teams vorangetrieben wird.

XR-Tools, Mixed-Reality-Headsets, Großbildschirme und die standortübergreifende Zusammenarbeit bieten Designern nun völlig neue Gestaltungsmöglichkeiten. Mit einer einfachen Geste können sie zwischen verschiedenen Fahrzeugversionen wechseln, Konzepte vergleichen, Materialien testen und eine Innenraumgestaltung oder ein Benutzererlebnis validieren.

Dank der Digitalisierung des Konstruktionsprozesses finden die Iterationen zwischen Design und Technik kontinuierlich statt. Dies führt zu reibungsloseren, schnelleren und kooperativeren Arbeitsabläufen.

„Wir möchten den Designern völlige Autonomie ermöglichen“, erklärt Laurent Wales. „Sie erstellen ihre Dateien, starten ihre Entwürfe und testen ihre Ideen, ohne warten zu müssen. Die Technologie muss im Dienste der kreativen Freiheit stehen.“

Von der ersten Skizze bis zur endgültigen Freigabe gehen das Virtuelle und das Reale nun Hand in Hand. Diese Verschmelzung sorgt für einen effizienteren Austausch, senkt die Kosten für die Prototypenentwicklung und bringt alle Fachbereiche auf eine gemeinsame Vision hin.

Und für Karine Grulet steht nach wie vor die menschliche Dimension im Vordergrund:

„Selbst in einer hochgradig digitalisierten Welt bleiben Emotionen, Einfühlungsvermögen und Zusammenarbeit erhalten. Was zählt, ist, die Technologie auf eine zutiefst menschliche Weise zum Leben zu erwecken.“

Die Zukunft hält Einzug in die Gegenwart

Im Technocentre verschwimmt die Grenze zwischen Realität und Virtualität von Tag zu Tag ein wenig mehr. In diesem Ökosystem, in dem Design immersiv, kollaborativ und unmittelbar wird, erfindet die Renault Group nicht nur die Art und Weise neu, wie sie ihre Autos entwickelt, sondern auch die Art und Weise, wie sie das Verhältnis zwischen Mensch und Technologie versteht.

Mit XR und DigiPHY wird Design zu einem Innovationsbeschleuniger, einem Emotionsmotor und einem Hebel für unglaubliche Effizienz. Die Zeit der statischen Modelle ist vorbei: Platz für ein lebendiges, evolutives und phygitales Design, bei dem die Zukunft bereits heute Realität ist.

FAQ – Erweiterte Realität im Design bei der Renault Group

Die XR-Technologie kombiniert virtuelle Realität (VR), erweiterte Realität (AR) und gemischte Realität (MR), um Designer in eine immersive Umgebung einzutauchen. Sie ermöglicht die Interaktion mit 3D-Modellen in Originalgröße unter Beibehaltung physischer Elemente, um so schneller und präziser zu entwerfen.

DigiPHY ist eine gemeinsam mit Granstudio entwickelte phygitale Plattform. Sie verbindet ein modulares physisches Cockpit mit einer virtuellen Echtzeitumgebung und ermöglicht es den Teams, die Raumausnutzung und das Innendesign eines Fahrzeugs bereits vor der Herstellung von Prototypen zu testen.

Dank XR und DigiPHY arbeiten Design und Entwicklung nahtlos und parallel zusammen. Das Ergebnis: eine erhebliche Zeitersparnis, geringere Kosten für die Prototypenentwicklung, eine höhere Designqualität und mehr Freiraum für Kreativität.