In Cléon: eine lernende Manufaktur, die Kompetenzen und Industrie neu gestaltet
Artikelzusammenfassung
In Cléon im Departement Seine-Maritime erfindet sich das traditionsreiche Werk der Renault Group neu. Das Ziel: den Übergang von der Produktion von Verbrennungsmotoren zur Herstellung von Elektromotoren. Die Herausforderung: die Mitarbeiter in den neuen Kompetenzen im Bereich der Elektromobilität zu schulen und den Übergang des Konzerns zu einer nachhaltigen Mobilität zu erleichtern.
Wissenswertes
In Cléon errichtet die Renault Group eine lernende Fertigungsstätte, die auf die Produktion von Elektromotoren spezialisiert ist.
Dieses innovative Modell verbindet berufliche Ausbildung und industrielle Produktion an einem Standort.
Die Auszubildenden werden unter realen Bedingungen direkt an den Fertigungslinien für Elektromotoren geschult.
Seit 2022 hat der Campus bereits mehr als 23.000 Ausbildungsstunden in den Bereichen der Elektrotechnik angeboten.
Die Ausbildungen sind zertifiziert, staatlich anerkannt und stehen Arbeitnehmern, Studierenden und Umschülern offen.
Diese Initiative unterstützt den Übergang zur Elektromobilität und stärkt gleichzeitig die Beschäftigung und die lokalen industriellen Kompetenzen.
Das Automobil entwickelt sich weiter, ebenso wie die Kompetenzen zu seiner Herstellung
In Europa durchläuft die Automobilindustrie einen tiefgreifenden technologischen Wandel: den Übergang von Verbrennungsmotoren zu Elektroantrieben, was für die Beschäftigten in den Werken eine große Herausforderung darstellt. Tausende Fachkräfte in der Automobilindustrie müssen sich heute neu orientieren und lernen, mit neuen Spitzentechnologien umzugehen.
Angesichts dieses Wandels passt sich die Weiterbildung an und erfindet sich neu. Bei der Renault Group haben wir die mutige Entscheidung getroffen, in das zu investieren, was schon immer unsere Stärke war: die Kompetenzentwicklung unserer Mitarbeiter.
Werke, die Motoren und Fachkompetenz hervorbringen
Unsere Unternehmenshochschule, die ReKnow University, wurde ins Leben gerufen, um den Wandel in der Automobilbranche zu begleiten und den Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, sich die für die Elektromobilität erforderlichen Kompetenzen anzueignen. In Cléon nimmt diese Initiative mit den „lernenden Werkstätten“ konkrete Gestalt an, die Produktion und Ausbildung eng miteinander verbinden.
„Das Projekt entstand aus der Überzeugung heraus, dass manche Dinge weder online noch in der Schule gelernt werden können. Deshalb haben wir unsere Manufaktur auf die Produktion von Elektromotoren umgestellt und daneben einen Campus eingerichtet, um diejenigen auszubilden, die lernen möchten, wie man sie herstellt.“
Konkret ermöglicht ein eigens dafür eingerichteter Campus auf dem Industriegelände den Mitarbeitern, sich an Industriemaschinen in den Berufen rund um den Elektromotor weiterzubilden – und zwar in einer Umgebung, die die realen Produktionsbedingungen nachbildet. Diese praxisnahe Situation erleichtert den Kompetenztransfer auf Arbeitsplätze der nächsten Generation.
Wir sprechen hier nicht von einem Prototyp, sondern von einer neuen pädagogischen und industriellen Realität, die auf einer festen Überzeugung beruht: Lernen durch Praxis. Und die Ergebnisse sprechen für sich: Seit der Gründung des Campus im Jahr 2022 wurden mehr als 23.000 Ausbildungsstunden absolviert.
Ein Übergang, der allen offensteht
Aufgrund des Erfolgs dieses neuen Ausbildungsmodells hat die Renault Group beschlossen, diese „lernenden Werkstätten“ einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, darunter Studierenden und Personen, die sich beruflich neu orientieren möchten und nicht bei der Gruppe angestellt sind. So findet jeder seinen Platz in dieser staatlich anerkannten und zertifizierten Ausbildung.
„Von Anfang an wollten wir eine Fortbildung, die allen offensteht – natürlich innerhalb der Renault Group, aber auch außerhalb: Studierende, Zulieferer oder Selbstständige können davon profitieren. Für die Gruppe wird die Revolution der Elektrifizierung nur dann ein Erfolg sein, wenn sie niemanden außen vor lässt.“
Das Know-how dort verankern, wo es entstanden ist
Cléon ist kein Standort wie jeder andere. Seit 1958 ist er eines der industriellen Herzstücke der Normandie. Generationen von Männern und Frauen haben hier ihr Handwerk gelernt, ihr Wissen weitergegeben und eine Region am Leben erhalten. Die Wahl von Cléon als Standort für den Wandel ist kein Zufall. Für die Renault Group ist es eine Überzeugung. Es ist unsere Aufgabe, das lokale Know-how in der Automobilbranche zu fördern und weiterzuentwickeln, um Arbeitsplätze in der Region zu sichern.
Denn vor Ort auszubilden bedeutet, Arbeitsplätze in der Region zu sichern, Talente anzuziehen und es Zulieferern, Subunternehmern und Partnern zu ermöglichen, ihrerseits ihre Kompetenzen auszubauen. In Cléon stellen wir nicht nur Elektromotoren her. Wir gestalten gemeinsam eine industrielle Zukunft.
All dies sind Gründe, die die Renault Group dazu bewogen haben, ähnliche Ausbildungszentren an anderen Standorten zu eröffnen, wie beispielsweise in der Region Île-de-France: das Zentrum in Lardy, das auf Batterien spezialisiert ist, und das Zentrum in Flins, das sich mit Kreislaufwirtschaft befasst.
Häufig gestellte Fragen
01
Was versteht man bei der Renault Group unter einer lernenden Manufaktur?
02
Wer kann an einer Ausbildung in der lernenden Manufaktur in Cléon teilnehmen?
03
Warum ist die lernende Manufaktur in Cléon für die Automobilindustrie von strategischer Bedeutung?
Eine lernende Manufaktur ist ein industrielles und pädagogisches Modell, das Ausbildung und Produktion an einem Standort vereint. In Cléon ermöglicht sie es, die Herstellung von Elektromotoren direkt an Industrieanlagen unter realen Bedingungen zu erlernen. Dieses Modell beschleunigt den Erwerb der Kompetenzen, die für den Übergang zur Elektromobilität erforderlich sind.
Die Schulungen stehen den Mitarbeitern der Renault Group, aber auch Studierenden, Industriepartnern und Personen in beruflicher Umschulung offen. Sie führen zu einem staatlich anerkannten Abschluss und sind auf Berufe im Bereich der Elektromotoren sowie auf die sich wandelnde Automobilindustrie ausgerichtet.
Die Ausbildungsstätte in Cléon widmet sich einer zentralen Herausforderung: der Anpassung der industriellen Kompetenzen an den Übergang vom Verbrennungsmotor zum Elektromotor. Durch die Ausbildung direkt vor Ort trägt sie dazu bei, Arbeitsplätze vor Ort zu sichern, neues Fachwissen aufzubauen und den Wandel der Automobilindustrie hin zu einer nachhaltigeren Mobilität zu unterstützen.